Am Freitag ist es wieder angerichtet – im ersten Flutlichtspiel dieser Saison im Signal Iduna Park begrüßt der BVB die Eintracht aus Frankfurt.  Wie stehen die Vorzeichen für beide Teams? 


Für beide Mannschaften wird es auf jeden Fall ein richtungsweisendes Spiel für den weiteren Verlauf der Saison und die Möglichkeit, den bisherigen Saisonstart mit vier Punkten für den ​BVB und drei Punkten für die Eintracht weiter zu verbessern.


Doch blicken wir erst einmal auf die letzten beiden Begegnungen zwischen diesen Mannschaften in der Saison 2017/2018 zurück: 


Dortmund reiste am 9. Spieltag der Hinrunde als Tabellenführer nach ​Frankfurt und musste zunächst die 2:3-Heimniederlage aus der Vorwoche gegen RB Leipzig verdauen. Damit endete mit dieser Partie eine Serie aus bis dato 41 ungeschlagenen Heimspielen. Personell musste der BVB den rot-gesperrten Sokratis und verletzten Toprak in der Innenverteidigung ersetzen. Subotic und Weigl bildeten den Not-Riegel in der Abwehr und sahen zunächst, wie Sahin und Philipp den BVB mit 2:0 in Führung brachten. Nachdem Peter Bosz mit Zagadou für Weigl und Kagawa für Castro zwei Wechsel in typischerweise sensiblen Mannschaftsteilen vorgenommen hatte, ging dem BVB die Kontrolle über das Spiel komplett verloren und die SGE konnte mit einer tollen Moral die Treffer von Haller (Foulelfmeter) und Wolf zum 2:2 Endstand bejubeln. 


Auch das Rückspiel sollte nicht minder intensiv werden und bewahrte sich seinen Showdown für die letzten Minuten der Nachspielzeit auf. Der BVB, der nach der sportlichen Krise nun von Peter Stöger trainiert wurde, empfing die Eintracht zu einem Topspiel - der Drittplatzierte traf auf den punktgleichen Tabellenvierten. Es entwickelte sich ein über weite Strecken von beiden Seiten kämpferisch geführtes Spiel (sechs gelbe Karten), in dem Danny Blum die Eintracht-Fankurve mit seinem Ausgleichstreffer in der ersten Minute der Nachspielzeit zum Kochen brachte. Das Schlusswort war jedoch dem eingewechseltem Michy Batshuayi vorbehalten, der diesen wilden Ritt mit einem Volleyschuss unter die Latte in 94. Minute beendete und den BVB mit 3:2 als Sieger vom Feld gehen ließ.

Borussia Dortmund v Eintracht Frankfurt - Bundesliga

Michy Batshuayi war mit seinem Siegtor in der Nachspielzeit der Matchwinner in der letzten Begegnung zwischen Dortmund und Frankfurt


Was darf nun von der kommenden Bundesligapartie zwischen beiden Teams erwartet werden? Schenkt man den beiden letzten Begegnungen Glauben, so darf man sich auf jeden Fall auf reichlich Tore freuen.


Jedoch steht der Freitagabend unter einem etwas anderen Stern als die vorherigen Partien. Beide Teams haben mit Lucien Favre und Adi Hütter zwei neue Trainer, die erst seit wenigen Wochen im Amt sind und noch auf der Suche nach der optimalen Marschroute für ihre Teams sind. Zudem verfügen der BVB und die Eintracht nicht mehr über absolute Torgaranten im Sturm. Waren es im letzten Jahr in Dortmund noch Aubameyang und Batshuayi, die über eine eingebaute Torgarantie verfügten, so muss sich Paco Alcácer erst noch ins System des BVB einfinden und seine Torjägerqualität unter Beweis stellen. Die bisher im Sturmzentrum aufgebotenen Reus und Philipp konnten bislang noch nicht restlos den Erweis erbringen, die Optimalbesetzung an vorderster Front zu sein.


Auch die Eintracht tritt die Reise in den Ruhrpott nicht komplett sorgenfrei an. Shootingstar Ante Rebić ist erst seit dieser Woche im Mannschaftstraining und hat noch Rückstand zu seinem Toplevel, das die ganze Welt bei der Weltmeisterschaft begutachten konnte. Zudem malt der Aderlass im Kader insbesondere nach den Abgängen von Boateng und Wolf einigen Fans Sorgenfalten auf die Stirn. Zu guter Letzt muss sich auch noch der neue Coach Adi Hütter in Frankfurt zurechtfinden und steht vor der schwierigen Bürde, Niko Kovačs Fußstapfen auszufüllen.


Alles in allem haben beide Mannschaften ihre Schwierigkeiten vor dem anstehenden Freitagsspiel. Nichtsdestotrotz steht vor allem die Eintracht für intensiven und kampfbetonten Fußball mit viel Speed und Vertikalität im Spiel nach vorne. Auch der BVB hat nun im Mittelfeld mit seinen neuen Strategen im defensiven Mittelfeld um Delaney und Witsel mehr Kampfstärke und Widerstandsfähigkeit im Mittelfeld, die den Fans sicherlich eines garantieren können: ein aufopferungsvoll und leidenschaftlich geführtes ​Fußballspiel unter Flutlicht – und ist es nicht gerade das, was die Fans auf jeden Fall sehen wollen