Nach vier Punkten aus den ersten beiden Spielen kann ​Borussia Dortmund mit dem Saisonstart zufrieden sein, doch Trainer Lucien Favre will "immer gewinnen", weshalb der Schweizer Übungsleiter noch nach dem passenden System für seine Mannschaft sucht. Dieser Prozess sei noch nicht abgeschlossen, weshalb man auch in dieser Woche kaum Fortschritte verzeichnen konnte.


​Noch am ersten Spieltag schlug man RB Leipzig nach einem 0:1-Rückstand auf furiose Weise mit 4:1, doch schon eine Woche später kehrte ein wenig Ernüchterung ein. Im Auswärtsspiel bei Hannover 96 ​kam der BVB nicht über ein torloses Remis hinaus, wobei man in der Offensive nur wenig von dem verkörperte, was Favre erwartet: Schnelligkeit - sowohl am Ball als auch im Kopf -, der nötige Druck sowie Erfolg im Abschluss. 


Beide Male formierten sich die Spieler in einem 4-3-3 System, bei dem sich Mahmoud Dahoud und Thomas Delaney als 'Achter' in die Angriffe einschalteten, während Axel Witsel für den defensiven Part im zentralen Mittelfeld zuständig war. Doch gegen die stabile Defensive der Hannoveraner blieben die Offensivkräfte meist stecken, gefährlich wurde es nur, wenn der Gegner Fehler beging.

"Wir brauchen Zeit, um das richtige System zu finden", mahnte Favre auf der heutigen Pressekonferenz erneut - auch im Bezug auf die Zukunft von Mario Götze. Der 26-Jährige kam in der Liga noch nicht zum Einsatz, verbrachte den Auftakt stattdessen auf der Bank. "Es liegt viel an unserem System. Es gehört auch Taktik dazu. Man wird sehen", so der 60-Jährige lapidar. Doch er versicherte auch: "Wir brauchen in den kommenden Wochen alle Spieler."


Eigentlich sei Favre mit der vergangenen Woche zufrieden, doch an elementaren Dingen konnte der akribische Übungsleiter nicht arbeiten: "Wir haben nicht besonders taktisch oder am System gearbeitet, weil wir keinen Innenverteidiger hatten. (Ömer) Toprak hat sich verletzt, (Dan-Axel) Zagadou war unterwegs, (Manuel) Akanji und (Abdou) Diallo auch. Wir haben an anderen Sachen gearbeitet, das war gut." Das Testspiel gegen den VfL Osnabrück sei ebenfalls positiv verlaufen, doch mit Eintracht Frankfurt wartet nun ein unangenehmer Gegner auf die Borussia.


Favre warnt vor Frankfurt - Premiere für Alcacer?


Die Hessen starteten mit einem 2:0-Sieg und einer 1:2-Niederlage gegen Werder Bremen in die Saison, und sind nach den vorherigen Pleiten im Supercup und DFB-Pokal nur schwer auszurechnen. "Wir erwarten natürlich einen guten Gegner, der sehr gut bei Kontern ist und bei Balleroberung mit ein, zwei Kontakten spielt. Sie machen ein sehr intensives Pressing. Wir müssen uns sehr sehr gut vorbereiten", warnte Favre, der erneut betonte, dass er "Zeit" benötige: "Wir wollen immer gewinnen, aber wir brauchen Zeit. Ich brauche Zeit, um das beste System zu finden. Wir werden auch nicht nur mit diesem System spielen. Manchmal müssen wir umstellen, weil ein Spieler mit dem System gut, und mit diesem System nicht so gut spielen kann."

VfL Osnabruck v Borussia Dortmund v Lazio - Friendly

   Spielte vor einer Woche erstmals im neuen Gewand: Paco Alcacer



Ob dann auch Paco Alcacer mit an Bord sein wird, gilt als wahrscheinlich - doch ein Einsatz gegen Frankfurt kommt möglicherweise etwas zu früh. "Paco Alcacer hat in Osnabrück angefangen, mit ihm kann man gut kombinieren, und er ist geschickt vor dem Tor. Wir müssen ihn peu a peu integrieren", sagte der Trainer. Man werde sehen, ob er einen Platz im Kader erhalten wird, schließlich wolle Favre zunächst einmal auf die Nationalspieler warten, die nun zurückkehren werden.