Oliver Giroud war immer ein guter, aber nie der kaltschnäuzigste Stürmer der Welt. Beim ​FC Chelsea geriet er zuletzt in die Kritik aufgrund seiner langen Torflaute. Zumindest in der Nationalmannschaft hat der 31-Jährige wieder getroffen.


Drei Tage nach dem ​0:0 gegen Deutschland hat der Weltmeister gegen die Niederlande einen 2:1-Erfolg gefeiert, der einem zuletzt Gescholtenen zu verdanken war. Im Nationaldress war Giroud in den letzten zehn Spielen leer ausgegangen - und wartete so bereits seit 807 Minuten auf seinen 32. Länderspieltreffer. Für den Stürmer, der auch beim Arbeitgeber aus London noch kein Tor in der laufenden Saison erzielte, eine beschwerliche Zeit. Gegen die "Oranje" drosch der ehemalige Mittelstürmer des FC Arsenal jedoch wieder einen Ball ins Netz - und was für einen.

Als Abnehmer einer halbhohen Flanke von Benjamin Mendy traf Giroud das Leder perfekt mit seinem linken Fuß und überwand so den niederländischen Schlussmann Jasper Cillesen. Der Vertreter von Marc-Andre ter Stegen vom FC Barcelona war chancenlos. Giroud hatte nicht nur Wucht, sondern auch eine Portion Präzision in den Schuss gelegt, um sich so, so wirkte es, von den Sorgen der letzten Monate freizuschießen. Damit schob er sich auch an einem der größten französischen Spieler der Geschichte vorbei: Giroud hat jetzt einen Treffer mehr als Zinedine Zidane.

Zuvor hatten Kylian Mbappe in der 15. Minute zur Führung und Ryan Babel (67.) zum Ausgleich getroffen, ehe Girouds Sternstunde schlug. Im Januar 2018 wechselte Giroud für 17 Millionen Euro zum FC Chelsea. Für die "Blues" schoss er bisher nur fünf Pflichtspieltore. Bei der WM war der aus Chambery stammende Franzose torlos geblieben.