Kai Havertz ist noch keine 20 Jahre alt, hat schon 56 Bundesligaspiele bestritten und seit gestern darf er sich Nationalspieler sowie Fritz-Walter-Medaillengewinner nennen. Der Mittelfeldspieler von ​Bayer Leverkusen sprach im Interview mit dem ​DFB unter anderem über die Nominierung von Joachim Löw, die Auszeichnung und das hohe Niveau der Landesauswahl.


Der gebürtige Aachener Kai Havertz setzte sich in der Altersklasse U19 gegen Arne Maier (Hertha BSC) und Manuel Wintzheimer (Hamburger SV) als Sieger der Fritz-Walter-Medaille durch und reiht sich in eine illustre Liste von Preisträgern wie Matthias Ginter, Marc-Andre ter Stegen oder Kevin-Prince Boateng ein. Im Vorjahr hatte Salih Özcan vom 1. FC Köln die Wahl gewonnen. 

In einem Interview mit dem Deutschen Fußball Bund hob Havertz die besondere Ehre dieser Auszeichnung hervor: "Ich freue mich sehr darüber. Allerdings sehe ich die Medaille keineswegs als reine Einzelauszeichnung: Meine Familie, meine Trainer, meine Teamkollegen und auch mein erster Verein in Aachen haben einen großen Anteil an meiner Entwicklung", sagte er. Dass Havertz geerdet ist, bewies er in vielen Interviews und auf Pressekonferenzen. Seine Bescheidenheit und Demut unterstreicht der Leverkusener regelmäßig. 


Auch bei den Kollegen fühlt er sich wertgeschätzt. "Ich habe mich gut eingelebt, die Jungs haben mich super aufgenommen und es mir leicht gemacht", so Havertz. Generell fühle er sich sehr wohl beim DFB. "Ein paar Abläufe waren mir durch die U-Nationalmannschaften bekannt, aber natürlich ist es hier nochmal eine andere Dimension. Sicherlich hilft es auch, dass viele jüngere Spieler dabei sind und wir uns teilweise schon vorher kannten", meinte Havertz, der in der Bundesliga schon siebenmal getroffen und 15 Vorlagen gegeben hat. 


Sorgenfrei sollte Havertz seine ersten Aufritte bei der Nationalmannschaft angehen, sagte Löw offenbar zu ihm, wie der 19-Jährige verriet: "Der Bundestrainer hat außerdem gemeint, dass ich ganz unbekümmert an die Sache herangehen soll und ich mir die Chance, bei der A-Nationalmannschaft dabei sein zu dürfen, verdient habe." 


Zwar zeigte die Nationalmannschaftt bei der WM in Russland mehr Schatten als Licht. Doch verlernt haben die hochdekorierten Mitspieler von Kai Havertz ihre Fertigkeiten längst nicht. "Als junger Spieler kann ich enorm viel davon lernen, mit Weltmeistern auf dem Platz zu trainieren. Ich beobachte, wie sie manche Situationen lösen, wie sie sich verhalten und kann den einen oder anderen Tipp für meine Entwicklung mitnehmen", sagte Havertz. 


Havertz betont hohes Niveau der Nationalmannschaft


Auch das Niveau sei " richtig hoch", was man an ganz vielen kleinen Dingen merke. "Passschärfe, Richtungswechsel, Körpertäuschungen, Dynamik, Übersicht. Wenn Du hier den Ball verlierst, läufst Du ihm erst einmal eine Weile wieder hinterher", lobte das junge Talent die Qualität der DFB-Truppe. Schließlich wurde Havertz befragt, welche eigenen Stärken er habe. "Ich habe den Eindruck, dass ich eine gute Spielübersicht und auch eine sehr ordentliche Technik besitze. Aus dem Mittelfeld heraus möchte ich das Spiel mitgestalten und kann auch eine gewisse Torgefahr entwickeln", sagte er.