DFB: Licht und Schatten - 7 Erkenntnisse aus dem Test gegen Peru

Nachdem die deutsche Nationalmannschaft beim Remis gegen den amtierenden Weltmeister Frankreich am Donnerstagabend den Fokus auf die Defensive gelegt hatte, wollte man beim Test gegen Peru wieder dominanter auftreten. Beim 2:1-Erfolg gegen die Südamerikaner konnte das Team von Joachim Löw jedoch nicht alle Wünsche des Bundestrainers umsetzen, auch wenn einige Aspekte des Spiels bereits vielversprechend waren.

1. Positiv: Zielstrebige Offensive in der 1. Halbzeit

In der ersten Halbzeit konnte 'die Mannschaft' phasenweise einen ordentlichen Offensivwirbel entfachen und erspielte sich durch schnelles Direktspiel einige aussichtsreiche Torchancen. Dabei agierten die Schützlinge von Joachim Löw zielstrebiger als zuletzt. In der zweiten Spielhälfte war davon jedoch bereits wieder weniger zu sehen.

2. Negativ: Mangelnde Chancenverwertung

Wie bereits erwähnt konnten sich die Deutschen inbesondere in der ersten Halbzeit jede Menge Torchancen erarbeiten. Wie so oft zuletzt, ließen die Spieler mit dem Adler auf der Brust dabei aber einige Hochkaräter liegen und zeigten nicht die nötige Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Gehäuse. Um gegen dickere Brocken als Peru zu bestehen muss dies zwingend besser werden.

3. Positiv: Hohes Pressing liefert viele Ballgewinne

Zuletzt zeigte sich die Defensive der Deutschen wiederholt nicht gerade sattelfest. Um die Abwehrspieler nicht in Bredouille zu bringen, kann es ein effektives Mittel sein, die Gegner bereits beim Spielaufbau zu stören. Gegen die Südamerikaner ging dieser Plan phasenweise sehr gut auf und so spielte sich in der ersten Halbzeit sehr viel in der gegnerischen Hälfte, fernab des deutschen Gehäuses, ab.

4. Negativ: Defensive Absicherung nicht immer gegeben

Ein Grund für die verkorkste Weltmeisterschaft in Russland war mit Sicherheit die mangelnde defensive Absicherung. Ein ums andere Mal wurden die Deutschen vor allem von den Mexikanern ausgekontert. Beim Spiel gegen die Peruaner machte es das Team von Joachim Löw zwar besser, insbesondere in der zweiten Halbzeit verfiel man jedoch in alte Muster und war nach dem Überspielen der ersten Pressinglinie nicht präsent genug.

5. Positiv: Julian Brandt zeigt großes Selbstvertrauen

Wenn man überhaupt bei einem deutschen Spieler von einer geglückten WM sprechen kann, dann wohl am ehesten noch bei Julian Brandt. Zwar hatte der Youngster nach seinen Einwechslungen wiederholt Pech und scheiterte am Aluminium, dennoch konnte er seine Postion innerhalb der Mannschaft stärken und trägt mittlerweile sogar die Rückennummer Zehn. Gegen Peru strotze der Offensivspieler daher nur so vor Selbstvertrauen und Spielfreude und belohnte sich mit dem sehenswerten Ausgleichstreffer.

6. Negativ: Zweikampfführung noch ausbaufähig

Die peruanische Nationalmannschaft ist dafür bekannt, dass sie keinem Zweikampf aus dem Weg geht. So war es keine große Überraschung, dass die Spieler von Nationaltrainer Ricardo Gareca sehr bissig auftraten. Dennoch kann man von der deutschen Nationalmannschaft erwarten, dass sie mehr direkte Duelle für sich entscheiden kann und sich in der zweiten Halbzeit nicht phasenweise den Schneid abkaufen lässt.

7. Positiv: Kimmich eine echte Option auf der Sechs

Eine der größten Umstellungen von Joachim Löw im Vergleich zur Weltmeisterschaft ist, dass der Bundestrainer Joshua Kimmich derzeit vermehrt im defensiven Mittelfeld einsetzt. Zwar leistete sich der Spieler des FC Bayern München auch gegen Peru ein paar Konzentrationsfehler, dennoch ist er in der Lage offensive Impulse zu setzen und kann auch in Zweikämpfen durchaus seinen Mann stehen.