Zum Auftakt der neuen Bundesliga-Saison überraschte ​Bayern Münchens Trainer Niko Kovac mit der Wahl seiner Aufstellung: Beim 3:1-Sieg über 1899 Hoffenheim wurde Mats Hummels nicht für die Startelf nominiert und verbrachte die 90 Minuten stattdessen auf der Bank, während Jerome Boateng und Niklas Süle den Vorzug erhielten. Für den 28-Jährigen war diese Entscheidung weniger dramatisch, viel mehr hofft er, dass Kovac weiterhin auf Rotation setzen wird.


Ohnehin wurde der 46-Jährige in seinen ersten Wochen an der Säbener Straße mit seinen Personalentscheidungen konfrontiert - meist von den Spielern selbst. ​So ärgerte sich beispielsweise Routinier Arjen Robben darüber, dass er für die Partie gegen Hoffenheim ebenfalls nicht für die Anfangsformation nominiert wurde. In der darauffolgenden Woche zeigte sich der Niederländer gemeinsam mit Franck Ribery deutlich unzufrieden über die Auswechslung in der 78. Minute, ​als beide Alt-Stars für James Rodriguez und Serge Gnabry weichen mussten


Mats Hummels hingegen stand beim Auswärtsspiel gegen die Schwaben wieder über 90 Minuten auf dem Platz, doch nach den ersten beiden Partien ist klar: Einen gesicherten Stammplatz haben nur die wenigsten, wie beispielsweise Torhüter Manuel Neuer oder Angreifer Robert Lewandowski.

FC Bayern Muenchen v TSG 1899 Hoffenheim - Bundesliga

  Gegen Hoffenheim nur auf der Bank: Der zuletzt verletzte James Rodriguez sowie Arjen Robben und Mats Hummels (v.l.)


Doch der Innenverteidiger hat mit der Vorgehensweise des Trainers kein Problem: "Ich hoffe, er hält die Rotation die ganze Saison über aufrecht", sagt Hummels im Interview mit ​Welt. "Es werden immer mal Spieler verletzt oder gesperrt sein. Wir haben bis zum Winter jetzt quasi nur noch englische Wochen. Deshalb brauchen wir den großen und qualitativen Kader und die Rotation." In diesem Fall könne auch er für die ein oder andere Partie auf die Bank verbannt werden, was nicht so dramatisch sei, wie man es sich teilweise vorstellten möge.


"Dass ich nach dem Spiel gegen Hoffenheim keine Interviews gegeben habe, heißt keineswegs, dass ich die Entscheidung des Trainers nicht akzeptiert habe. Wenn ich sie bei der enormen Qualität in unserer Innenverteidigung nicht akzeptieren würde, hätte ich keine gesunde Selbsteinschätzung", so Hummels weiter. "Da kann man von mir erwarten, dass ich das auch einfach mal hinnehme und im nächsten Training wieder Gas gebe."


Aufbruchsstimmung in der Nationalmannschaft? "Wird sich zeigen"


Der Nationalspieler sprach zudem noch einmal über das enttäuschende Aus bei der Weltmeisterschaft, woraufhin er sich zunächst einmal zurückzog: "Mir war es wichtig, in Ruhe meine Schlüsse aus der WM zu ziehen, auch was mein Verhalten auf und außerhalb des Spielfeldes betrifft." Er habe sich selbst hinterfragt und zudem Überlegungen angestellt, woran er noch an sich arbeiten könne. "Ich behaupte von mir, dass ich relativ früh in einem Spiel erkenne, wenn Sachen nicht funktionieren. In der Art und Weise, wie ich das versuche zu korrigieren, habe ich definitiv noch Verbesserungspotenzial", so Hummels, der einige Dinge nun überwiegend nach den Spielen ansprechen will.

Germany v France - UEFA Nations League A

  Auf dem Platz will Hummels energisch gegen seine Gegenspieler vorgehen


Änderungen an der Spielweise sollen derweil nicht unbedingt erfolgen. Der Fokus sei noch immer auf den Angriff gerichtet, allerdings müsse man im mentalen Bereich ansetzen. "Wir hatten eine gewisse Ungeduld und das Gefühl, wir müssten quasi mit jedem Angriff ein Tor schießen. Gerade weil wir uns unserer Qualität bewusst waren."


Es gehe darum, die richtige Balance zwischen Offensive und Defensive zu finden, doch auch die Außendarstellung soll besser werden. Insgesamt sehen sich die Nationalmannschaft und der DFB auf einem guten Weg, doch von einer Aufbruchsstimmung wollte Hummels noch nicht sprechen: "Das wird sich in den nächsten Spielen auf dem Rasen zeigen. Generell habe ich das Gefühl, alle wissen, dass wir liefern müssen." Dennoch verkündete er: "Wir wollen wieder die Begeisterung für die Nationalmannschaft aufflammen lassen, die es all die Jahre gab. Das würde allen enorm zugutekommen, den Fans und uns."