Die aktuelle Länderspielpause nutzt der ​SV Werder Bremen noch einmal dazu, um allen Spielern in einigen Testspielen noch einmal ein wenig Spielpraxis zu gewähren. Nach der 1:2-Niederlage gegen den FC Emmen aus den Niederlanden gelang der Mannschaft von Florian Kohfeldt ein 5:2-Erfolg über den SV Meppen, bei dem erneut einige Nachwuchsspieler mit an Bord waren.


​Schon gegen Emmen durften einige Nachwuchsakteure auf dem Platz stehen, ​bei der gestrigen Partie in Cloppenburg erhielt der ein oder andere noch eine zweite Gelegenheit, erste Erfahrungen im Profi-Bereich zu sammeln. Doch Kohfeldt mahnte davor, den beiden Testspielen eine zu hohe Bedeutung zu widmen: "Es geht darum, die Verzahnung der U-23 und der U-19 aufrecht zu erhalten. Deswegen waren auch immer die Trainer mit dabei. Darum geht es ja auch, dass die Jungs mitkriegen: Wie sind so Abläufe in so einer Kabine, wie besprechen wir auch das Spiel. Da ging es nicht darum, den ein oder anderen näher ranzuführen."

Demnach hätten beide Partien nicht dazu gedient, "dass sie jetzt zeitnah zu Bundesliga-Einsätzen kommen sollen." Dennoch sprach der 35-Jährige von einem "schönen Erlebnis" für die Jugendspieler. "Wir haben das erreicht, was wir wollten. Sie sollten die Abläufe kennenlernen und es ist schön zu sehen, mit wie viel Spaß sie bei der Sache sind."


Lob für Sahin und Pizarro


Wichtiger war dagegen die Spielpraxis für Nuri Sahin. Der Neuzugang von Borussia Dortmund befindet sich mitten im Integrationsprozess, scheint jedoch gute Fortschritte zu machen: "Man hat heute gesehen, dass er schon ein Stück mehr wusste, wo die anderen hinlaufen. Sein Defensivverhalten ist sehr clever. Aber auch viele seiner öffnenden Pässe hinter die Kette haben wir heute wieder gesehen", so Kohfeldt, der auch ein Lob für Claudio Pizarro übrig hatte.

Der Routinier durfte über die volle Distanz durchspielen, erzielte zwei Tore und war nach der Partie wie üblich in bester Laune. "Wir hatten das bewusst so gesteuert, dass er Dienstag nicht spielt und heute 75 bis 90 Minuten. 90 war gut, da hat er ganz am Ende noch einen gemacht. Man sieht, dass er ein Spielverständnis hat, dass er in der Box da ist, dass er auch gegen den Ball intelligent arbeiten kann", so Kohfeldt.


Für Pizarro sei es eine "gute Woche" gewesen, was der Stürmer sofort unterstrich: "Es war ein bisschen lang, aber es war gut für mich. Zwei Tore - das ist super. Morgen kommt vielleicht der Schmerz, heute ist alles gut", sagte er humorvoll.


Trotz einer Niederlage: Die Testspiele waren insgesamt positiv


Doch auch so war Kohfeldt mit den beiden Testspielen zufrieden, auch wenn man noch gegen Emmen als Verlierer vom Platz ging. "Die positiven Aspekte" haben für den Trainer überwogen, weshalb er mit der Arbeit in dieser Woche "sehr zufrieden" sei. "Alles in allem war es ein gutes Spiel. Wir haben immer wieder mutig gespielt und unser Kombinationsspiel aufgezogen. Die Art und Weise wie wir Fußball spielen wollen, haben wir heute gezeigt. Daher fällt mein Fazit positiv aus", resümierte er.

Somit beginnt für die Bremer nun wieder die Vorbereitung auf die nächste Aufgabe in der Bundesliga: Am dritten Spieltag empfängt man den 1. FC Nürnberg. Gegen den Aufsteiger sollen die nächsten drei Punkte her, um den Saisonstart weiterhin positiv zu gestalten und sich ein gutes Fundament für das Saisonziel Europa aufzubauen.