Beim ​torlosen Remis zwischen Deutschland und Frankreichbot Bundestrainer Joachim Löw die eine oder andere Überraschung: Während die Abwehrreihe aus vier Innenverteidigern bestand, wurde Joshua Kimmich im 4-1-4-1 System auf die Position ins defensive Mittelfeld versetzt. Diese Rolle ist für den Außenverteidiger des FC Bayern München keine Unbekannte, weshalb er durchaus zu überzeugen wusste - und möglicherweise auch in Zukunft auf dieser Position spielen wird.


Ohnehin ist Kimmich ungemein flexibel. Ausgebildet wurde er im zentralen Mittelfeld, unter Pep Guardiola rückte er allerdings immer wieder in die Innenverteidigung. Auch war klar, dass er als Rechtsverteidiger auflaufen könnte, weshalb er Philipp Lahm im Verein und der Nationalmannschaft nach dessen Karriereende auf dieser Position beerbte.

Während er beim FC Bayern aufgrund des ausreichenden Kontingents in der Zentrale weiterhin in der Abwehr auflaufen wird, rückt er unter Joachim Löw möglicherweise immer wieder auf die 'Sechs', wo er gegen Weltmeister Frankreich eine gute Leistung bot. 


Gegen den Ball warf sich Kimmich in viele Zweikämpfe, stand für eine gute Konterabsicherung und trug somit seinen Anteil dazu bei, dass die 'Equipe Tricolore' über weite Strecken der Partie nicht durch ihr gefährliches Umschaltspiel glänzen konnte. Zudem leitete er immer wieder Angriffe ein, verteilte die Bälle und stellte dabei erneut seine Handlungsschnelligkeit unter Beweis.

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  Voller Einsatz: Joshua Kimmich (r.) im Duell mit Kylian Mbappé


Geschuldet war diese Rolle jedoch der taktischen Umstellung Löws. Der Bundestrainer setzte in der Abwehr auf vier Innenverteidiger, um den schnellen Außenspielern der Franzosen mit Körperlichkeit entgegenzukommen. Eine dauerhafte Lösung sei dies nicht, doch dieses System, welches auch beim WM-Triumph in Brasilien angewendet wurde, könnte wieder Einzug erhalten.


Und somit könnte auch Kimmich immer wieder ins Zentrum rücken. Doch dieser äußerte sich kaum zu seiner eigenen Leistung. "Gerade in der ersten Halbzeit hat man gesehen, dass wir gewillt waren, gut zu stehen. In der zweiten Halbzeit haben wir gemerkt, dass bei den Franzosen die Kräfte weniger wurden. Das Remis geht in Ordnung. Wir hätten in den letzten 20 Minuten noch mehr Risiko gehen können", sagte er nach der Partie laut Sportbuzzer


Seine Aufgabe? "Ich sollte auf unseren Raum vor den Innenverteidigern aufpassen und schauen, dass die Franzosen nicht gefährlicher werden." Diese hat er ordentlich umgesetzt, weshalb sich nach dem Aus von Sami Khedira nun eine neue Variante im Mittelfeld bietet, um den offensiveren Spielern wie Toni Kroos, Leon Goretzka oder Ilkay Gündogan den Rücken freizuhalten.