Mit Joachim Löws Analyse nach dem peinlichen WM-Aus war in Fußball-Deutschland nicht jeder einverstanden. Viele Fans wünschen sich weiterhin eine Veränderung auf der Trainerposition. Mats Hummels springt dem angezählten Auswahlcoach zur Seite.


Bei seiner Analyse, die Joachim Löw vor Kurzem der Öffentlichkeit präsentierte, ​übte sich der deutsche Nationaltrainer vor allem in Selbstkritik. Zur diesjährigen Weltmeisterschaft, bei der für die DFB-Auswahl schon nach der Vorrunde Schluss war, habe Löw nicht das richtige Feuer entfachen können. So lautete einer der Makel, die sich der Bundestrainer eingestand.


„Es ist nur nicht gelungen, weil es uns vorher immer gelungen war und wir dachten, es werde wieder so sein“, reagiert Mats Hummels auf ebenjenes Thema im kicker. „Jetzt haben wir richtig einen vor den Bug bekommen. Das sorgt dafür, dass die Sinne geschärft sind.“ Man werde deshalb auch im Test gegen Peru voll konzentriert und engagiert zu Werke gehen, weil alle wissen, „wie wichtig das ist, um in den ganz großen Spielen erfolgreich zu sein“, so Hummels. Man könne aber nicht den Schalter von jetzt auf gleich auf eine andere Einstellung umlegen.


Keine Änderung des Führungsstils nötig


Ein weiterer Kritikpunkt, den unter anderem der ehemalige Nationalspieler Philipp Lahm anmerkte, ist der kollegiale Führungsstil Löws. „Es ist nicht so, dass der Bundestrainer alles durchgehen lässt und wir tun und lassen können, was wir wollen“, stellt Hummels klar. Löw lege Wert auf bestimmte Sachen. Werden diese eingehalten, sei der DFB-Trainer sehr verständnisvoll.

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Mats Hummels bekommt von seinen Kollegen auf die Ohren



Insgesamt beruhe der Umgang miteinander auf gegenseitigem Vertrauen und Verständnis, „das der Bundestrainer von uns immer bekommen wird“, so Hummels. Die Heftigkeit und Schärfe der Kritik an Löw gehe für den Abwehrspieler des ​FC Bayern „etwas am Thema vorbei“. Durch seine offenen Fehler-Eingeständnisse hat Löw bei seinen Spielern keinesfalls an Autorität im zwischenmenschlichen wie fachlichen Bereich eingebüßt.


Auf die entsprechende Frage des Fachmagazins erörtert Hummels: „Nein, ganz im Gegenteil. Jogi Löw hat bei uns Spielern auf keinen Fall an Autorität verloren. Ein Trainer, der eigene Fehler eingesteht, gewinnt bei einer Mannschaft sehr viel an Kredit und Stellenwert, diese Erfahrung habe ich gemacht.“ Löw habe bei der Mannschaft überhaupt nichts an seinem Stellenwert verloren, im Gegenteil. Laut Hummels hat er sogar gewonnen.