Beim Trainerforum in Nyon fordern die europäischen Top-Trainer die Abschaffung einer für sie veralteten Regel. Auch eine einheitliche Schließung des Transfermarktes stand auf dem Diskussionsprogramm mit der UEFA. Dort gibt man sich kompromissbereit.


Steht der Europapokal vor einer Revolution? Zumindest wenn es nach den Top-Klubtrainern auf dem Kontinent geht. Bei dem alljährlichen Treffen mit der UEFA in der Schweiz diskutierte eine Delegation um PSG-Coach Thomas Tuchel, Manchester-United-Manager José Mourinho, Juves Massimiliano Allegri, dem neuen Real-Trainer Julen Lopetegui, Ex-Bayern-Trainer Carlo Ancelotti (jetzt SSC Neapel), Unai Emery (Arsenal) und Trainer-Legende Arsene Wenger unter anderem mit dem stellvertretenden UEFA-Generalsekretär Giorgio Marchetti.

Die Trainer wünschen sich nach einem Bericht der BBC die Abschaffung der Auswärtstorregel in der Champions- und Europa League. "Die Coaches sind der Meinung, dass es nicht mehr so schwierig ist, Tore zu schießen wie in der Vergangenheit", erklärte Marchetti, der eine Überprüfung der Regel ankündigte.


"Sie sind der Meinung, dass die Regel überarbeitet werden sollte und das ist es, was wir tun werden", erklärte er nach dem Trainerforum in Nyon. Bei Torgleichheit zählen seit 1965 die auf fremden Plätzen erzielten Treffer doppelt. Eingeführt wurde die Regel, um den Münzwurfentscheid oder ein Wiederholungsspiel auf neutralem Boden zu umgehen. 

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Wettbewerbsdirektor Giorgio Marchetti zeigt sich offen zu den Vorschlägen der Trainer



In Zeiten, als die Auswärtsfahrten innerhalb Europas noch deutlich strapaziöser waren, sei die Auswärtstorregel sinnvoll gewesen. Die aktuellen Top-Trainer sehen dies nun aber anders. Tuchel und Co. halten sie für kontraproduktiv, da sie Heimmannschaften gerade im Hinspiel zu weniger Risiko veranlassen würde. 


Einheitliche Schließung des Transfermarktes gefordert


Diskutiert wurde in Nyon auch die Schließung des Transferfensters. Erstmals konnte in England und Italien in diesem Sommer nur bis zum Ligastart eingekauft werden. In Deutschland und Spanien etwa, war der Transfermarkt allerdings wie gewohnt bis Ende August geöffnet. Nun soll eine einheitliche Regelung gefunden werden - nach dem englischen und italienischen Vorbild.


"Die Trainer sind der Meinung, dass es ein einheitliches Fenster geben sollte und das Fenster vor Beginn des Wettkampfes geschlossen werden sollte", sagte Marchetti. "Die Idee wäre, sie in Einklang zu bringen."


Ob das gelingt, bleibt aber fraglich - zunächst müsste wohl ein einheitlicher Start in allen Top-Ligen vereinbart werden.