Nachdem der ​FC Schalke 04 am Sonntag das erste Heimspiel in der neuen Bundesligasaison mit ​0:2 gegen Hertha BSC verlor und damit nach zwei Partien mit null Punkten dasteht, kann der Start nur als gescheitert bezeichnet werden. Neben der Ergebniskrise macht nicht nur den Fans auch die Spielweise der Schalker Sorgen. So zeigte sich auch Cheftrainer ​Domenico Tedesco nach dem Spiel gegen den Hauptstadtklub enttäuscht und stellte auch seine eigenen Ansätze in Frage.​


In der Vorsaison konnten die 'Königsblauen' zwar die Vize-Meisterschaft erringen, spielerisch überzeugen konnte das Team dabei aber bei weitem nicht immer. Für die laufende Saison hatte man sich bei den 'Knappen' daher vorgenommen, aktiver aufzutreten und das Spiel mehr in die eigenen Hände zu nehmen. Zudem sollte die Tedesco-Elf taktisch variabler eingestellt werden.

Nachdem dies bislang noch keine Früchte getragen hat, könnte es bereits jetzt ein Umdenken bei den Gelsenkirchenern geben. 

Auf der Vereinsseite der Schalker bezeichnete der Cheftrainer der Königsblauen das Spiel seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit als "sehr schlecht". Doch bereits in der ersten Hälfte habe man insbesondere im Zentrum "keine Lösungen gefunden". Im Spiel nach vorne habe es seiner Mannschaft zudem an der nötigen Zielstrebigkeit gefehlt. 


So habe man sich das Leben ein Stück weit selber schwer gemacht. "Wir gehen nicht in Führung. Das haben wir in der vergangenen Saison häufig geschafft. Es fehlt die letzte Konsequenz in allem, was wir machen: defensiv wie offensiv", wird Tedesco von Reporter Andreas Ernst zitiert.


Dies alles nahm der 32-jährige Trainer zum Anlass, um auch seine eigene taktische Herangehensweise zu hinterfragen. "Wir wissen nach dem heutigen Tag auf jeden Fall, was wir können und was wir nicht können. Die Dinge, die wir können, werden wir stärken – und die Dinge, die nicht funktioniert haben, werden wir in Zukunft lassen. Da nehme ich mich auch mit in die Verantwortung", so Tedesco. 

Noch vor wenigen Wochen hatte der Coach seine Mannschaft noch für die große taktische Variablität gelobt. Nach den jüngsten Ergebnissen mag sein Umdenken angesichts der Druck-Situation auf Schalke zwar nachvollziehbar sein, ein Zeichen von Stärke lässt sich daraus aber nur schwer ablesen.


Zumindest kündigte der junge Fußballlehrer im gleichen Atemzug auch an, an dem Vertikalspiel seiner Mannschaft feilen zu wollen, damit die Stürmer bei den 'Königsblauen' "nicht verhungern". Nach der Länderspielpause müssen die 'Knappen' auswärts bei Borussia Mönchengladbach ran. Mit welcher taktischen Ausrichtung die Schalker dort auftreten, könnte ein Fingerzeig für die kommenden Monate werden.