​Drei Verletzte - dennoch drei Punkte. Beim 3:1-Sieg der ​TSG Hoffenheim gegen den SC Freiburg im zweiten Spiel der Saison wurde Trainer Julian Nagelsmann auf allen Ebenen auf die Probe gestellt und meisterte die Herausforderungen während der Partie durch eine herausragende taktische Leistung mit Bravour.


Julian Nagelsmann ist sicherlich einer der besten Trainer, die die Bundesliga zu bieten hat. Doch gegen den SC Freiburg musste auch der mit 31 Jahren immer noch jüngste Coach der Liga sein gesamtes Können unter Beweis stellen, um die zweite Partie der Saison erfolgreich zu gestalten.

Zum Anpfiff der zweiten Hälfte war der Horror-Tag der Hoffenheimer perfekt. Nachdem Verteidiger Kevin Akpoguma noch vor der Halbzeit-Pause mit Freiburgs Angreifer Nils Petersen kollidiert war, musste auch er nach der Pause verletzt in der Kabine bleiben. Zuvor waren bereits Bicakcic, für denn dann Akpoguma das Feld betreten durfte, und Kasim Adams verletzt ausgewechselt worden. Auf einen Schlag musste Nagelsmann den Ausfall der drei Innenverteidiger kompensieren und das Wechselkontingent war bereits mit dem Wiederanpfiff zur zweiten Halbzeit aufgebraucht. Dass der Trainer das Ruder dennoch noch rumreißen und seine Mannschaft zum Sieg führen konnte, lag vor allem an einer überragenden taktischen Umstellung. 

Hoffenheim stellte nach letzten zwei Wechseln zur Pause auf ein offensives 4-3-3 um und erwische die Breisgauer damit auf dem falschen Fuß. Mit mutigem Angriffsfußball erspielten sie sich immer wieder freie Räume und kamen letztendlich so zu einigen guten Gelegenheiten vor dem Tor. Die erspielten Möglichkeiten nutzten sie dann gnadenlos.


Mit Adam Szalai hatte man für dieses System den perfekten Spielern in den eigenen Reihen. Der Stoßstürmer nutze die sich ihm bietenden freien Räume und blieb zur Freude des Trainer vor dem gegnerischen Kasten zweimal eiskalt​. Mit seinen Saison-Toren zwei und drei drehte er die Partie zugunsten seiner Mannschaft quasi im Alleingang und bescherte dem gesamten Verein so einen am Ende doch noch versöhnlichen Nachmittag.

Hoffenheim gewann letztlich verdient mit 3:1 und egalisierte so auch die 1:3-Auftaktniederlage gegen den FC Bayern München. In den kommenden Partien wird Trainer Nagelsmann weiter gefordert sein. ​Kasim Adams und Kevin Akpoguma werden den Hoffenheimern mehrere Wochen fehlen. Für die TSG ist dies jedoch auch eine Chance, wenn man den Worten des "Direktor Profifußball" Alexander Rosen Glauben schenken kann: "Unser Glück in diesem schon fast absurden Unglück ist es, dass wir in unserem Kader außergewöhnliche Defensivspieler haben, die variabel eingesetzt und sofort in verschiedenen Systemen agieren können."