HANOVER, GERMANY - AUGUST 31:  Lucien Favre, Manager of Borussia Dortmund and player license director Sebastian Kehl in discussion prior to the Bundesliga match between Hannover 96 and Borussia Dortmund at HDI-Arena on August 31, 2018 in Hanover, Germany.  (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Hannover-Spiel zeigt Schwächen auf: 4 BVB-Erkenntnisse nach dem torlosen Remis

Nach dem 4:1-Sieg über RB Leipzig ging Borussia Dortmund selbstbewusst in das erste Auswärtsspiel der Saison, doch Hannover 96 stellte sich als hartnäckiger Gegner raus. Die Mannschaft von Andre Breitenreiter verteidigte leidenschaftlich, schaffte es besonders zu Beginn beider Halbzeiten immer wieder, Nadelstiche zu setzen und trotzte der Borussia demzufolge ein leistungsgerechtes 0:0 ab


Nach dem Spiel gaben sich die Dortmunder selbstkritisch, haderten vor allem mit dem langsamen Spiel in der Offensive. Dafür stand unter anderem die Abwehr sicher, ließ kaum etwas zu und trug daher auch einen erheblichen Anteil zum Ergebnis bei. Im Folgenden erfahrt ihr vier Erkenntnisse, die die Mannschaft aus dem gestrigen Spiel mitgenommen haben dürfte.

1. Die Defensive macht einen guten Eindruck

Über 90 Minuten hinweg hatte der BVB das Spiel zumindest in der eigenen Hälfte im Griff. Gerade in der Anfangsphase beider Halbzeiten spielte Hannover zwar mutig nach vorne, doch sowohl die Hereingaben von Miiko Albornoz als auch vom jungen Linton Maina blieben kaum von Erfolg gekrönt. Meist fing Torhüter Roman Bürki die Hereingaben ab, allerdings boten auch abgesehen davon die beiden Innenverteidiger, Manuel Akanji und Abdou Diallo, eine gute Leistung, hatten ihre Gegenspieler im Griff und ließen kaum etwas zu. Die gefährlichste Chance ergab sich daher nach einem Eckball, doch Thomas Delaney fälschte den Versuch von Waldemar Anton noch entscheidend ab.

2. Gegen tiefstehende Gegner findet die Offensive noch keine Lösung

In der Offensive hingegen taten sich die Dortmunder schwer, allen voran aufgrund der kompakten Ordnung des Gegners. Gegen den Ball agierte Hannover in einer 5-3-2 Ordnung, bei eigenem Ballbesitz hingegen formierte man stets ein 3-4-3. Gerade durch die aufgerückten Außenverteidiger sollte der Druck gegen die Niedersachsen erhöht werden, doch dies gelang nur mäßig. Spielerisch fanden Marco Reus und Co. nur wenige Lösungen, weshalb Trainer Lucien Favre an diesem Punkt ansetzen muss.

3. Es fehlte der letzte Biss

Um Hannovers Defensive zu knacken, hätte es Tempo und zunehmende Intensität gebraucht, doch beides ließen die Schwarz-Gelben über weite Strecken der Partie vermissen. "Wenn wir mal ins Passspiel gekommen sind, wurde es fast immer gefährlich. Aber das haben wir zu selten gemacht", wurde daher Marco Reus auf der vereinseigenen Website zitiert. Deutlich zu erkennen war: Wenn dem BVB Platz gewährt wurde, wurde es gefährlich - doch sobald die Maschen enger waren, war das Spiel zu langsam, die letzte körperliche Präsenz fehlte. Auch Torhüter Roman Bürki haderte daher: "Es war einfach zu wenig. Wir haben keine Lösung 

gefunden, schon gar nicht im Spielaufbau. Wir haben uns vielleicht zu wenig bewegt."

4. Die Chancenverwertung muss effizienter werden

Chancen waren in dieser Partie ohnehin Mangelware, dafür waren beide Mannschaften in der Defensive zu stabil. Doch die besten Gelegenheiten gehörten zweifelsohne dem Gast aus Dortmund, der diese jedoch nicht nutzte. In der 40. Minute scheiterte Marco Reus an einer starken Parade von Michael Esser, wenige Momente später traf der Mannschaftskapitän nur den Querbalken. 


Auch nach dem Seitenwechsel hatte der BVB Pech, als Maximilian Philipp per Kopf nur den Pfosten traf. "Ich hatte die beiden größten Möglichkeiten und ärgere mich, dass ich sie nicht genutzt habe. Einen von beiden muss ich machen", ärgerte sich Reus nach der Partie spürbar. In Anbetracht des 4:1-Erfolgs über RB Leipzig in der Vorwoche erscheint dieser Punkt zwar etwas marginal, doch auch ist klar: In solch engen Spielen muss man die wenigen Chancen, die sich einem bieten, nutzen - sonst bleiben wichtige Punkte auf der Strecke.