So richtig neue Erkenntnisse lieferte ​die WM-Analyse von Bundestrainer Joachim Löw und Manager Oliver Bierhoff zwar nicht, doch ein nicht uninteressantes Detail wurde im Zuge dessen bestätigt: Wie Bierhoff berichtete, meldete sich Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß tatsächlich während des Turniers telefonisch, um einige "Hinweise" bezüglich der Aufstellung zu geben.


Dies berichtete bereits die ​Bild. Demnach habe Hoeneß davon abgeraten, den mittlerweile zurückgetretenen Mesut Özil im letzten Gruppenspiel gegen Südkorea aufzustellen. Dass der 66-Jährige alles andere als ein Freund des offensiven Mittelfeldspielers ist, offenbarte er zuvor in der Sky-Sendung 'Wontorra - der Fußball-Talk': "Er ist ein gut vermarktetes Produkt, das ihn viel besser darstellt, als er ist. Für mich der einzige große Vorwurf: Wäre Löw häufiger nach London zu Arsenal geflogen und hätte ihn sich vor Ort angeschaut, hätte er ihn wahrscheinlich aus sportlichen Gründen nicht mitgenommen. Dann hätten wir uns das ganze Theater erspart."


 "Ich habe mit ihm länger telefoniert", bestätigte DFB-Manager Bierhoff laut Sport Bild auf der gestrigen Pressekonferenz in München. "Es ist wichtig für mich, mit Managern zu sprechen, die auch Erfahrung haben. Er hat den Hinweis gegeben, dass er an der einen oder anderen Stelle etwas anders machen würde. Das habe ich so aufgenommen. Aber er ist immer noch Aufsichtsrat bei Bayern München und nicht Trainer der Nationalmannschaft."

German National Team Press Conference

  Im Pressezentrum der Allianz Arena stand Oliver Bierhoff gemeinsam mit Joachim Löw Rede und Antwort



Ob der langjährige Präsident des FC Bayern sich diese Worte zu Herzen nehmen wird, ist jedoch fraglich - dafür sah er die angesetzte Präsentation der WM-Analyse zu kritisch: "Ich halte überhaupt nichts davon, jetzt so eine Alibi-Veranstaltung zu machen vor den Medien, um den tollen Hecht zu spielen", sagte Hoeneß laut der Abendzeitung München. Dass die Pressekonferenz kaum neue Erkenntnisse lieferte, ahnte er bereits im Vorhinein. Löw sei schließlich "unklug, wenn er jetzt alles in der breiten Öffentlichkeit diskutiert. Wenn es was zu diskutieren gab, hat er das schon längst mit den Verantwortlichen des DFB gemacht und wird mit den Wichtigsten, den Spielern, darüber reden."


Hoeneß: Die Nationalmannschaft ist nur dann gut, "wenn Bayern gut ist"


Auch mit dem großen Umbruch, der letzten Endes ausgeblieben ist, hat er nicht gerechnet: "Man muss natürlich das ein oder andere ändern. Aber das Allerwichtigste ist, dass die Mannschaft wieder mehr arbeitet, mehr kämpft und sich nicht mehr so in ihr Schicksal ergibt, wie es in Russland war." 


Letztlich sei es nicht hilfreich, "jetzt zwölf Spieler auszutauschen. Sondern da kann man auch die Spieler, die da gespielt haben, daran erinnern, was sie tun müssten." Doch in den Augen des 66-Jährigen hängt die Nationalmannschaft ohnehin von einem großen Faktor ab: "Der deutsche Fußball wird nur gut, wenn Bayern gut ist. Daran müssen wir arbeiten."