​Davie Selke ist am gestrigen Dienstag nur sechs Wochen nach seiner Lungen-Operation wieder ins Training bei Hertha BSC eingestiegen und gab nach der Einheit einen Einblick in die Verletzung, seinen aktuellen Zustand und die Rückkehr zur Mannschaft


In einem vereinseigenen ​Interview von Hertha BSC äußerte sich Stürmer Davie Selke zum Zustandekommen und der Art der Verletzung: "Die Situation in der ich mir die Verletzung zugezogen habe, war etwas komisch. Ein frontaler Zusammenprall mit Salomon Kalou – eigentlich ein alltägliches Ding. Danach habe ich aber so ein Stechen gemerkt und gedacht, irgendwas passt nicht in meinem Körper. Dann ging es ins Krankenhaus, wo die überraschende Diagnose kam." Bei dem 23-Jährigen wurde nach dem Zusammenprall ein Pneumothorax, eine Form des Lungen-Kollaps, diagnostiziert. 


"Die ersten Tage wusste ich noch gar nicht genau, was ich da so richtig habe. Aber mir war klar, dass es etwas Ernsteres ist. Ich war in dieser Phase zwar nachdenklich, aber nicht negativ. Es hätte ja durchaus noch schlimmer ausgehen können. In der Folge wurde ich dann einfach super betreut. ​Die OP ist optimal gelaufen, zum Glück ohne Komplikationen. Danach wurde es für ein paar Tage sehr einsam. Ich hatte einen Schlauch im Körper und bin herumgelaufen wie ein Rentner. ​Nach sechs Wochen hier wieder zu stehen, freut mich demzufolge sehr", berichtete Selke von der Operation und der Zeit danach.

Nun sieht sich der Stürmer aber bereits wieder in einem sehr guten Zustand: "Ich kann inzwischen schon wieder alles machen. Wir haben sämtliche Sachen ausprobiert und langsam gesteigert – vor allem den Aufprall haben wir simuliert. Abstoppen, Schuss und so weiter – ich habe keine Probleme mehr, es gab auch keine Rückschläge. Außerdem habe ich keine Hemmungen, wie man sie vielleicht nach einer Kreuzbandverletzung hat. Ich spüre gar nichts mehr, das ist sehr förderlich. Ich kann sofort wieder Gas geben und bin total positiv gestimmt." 


Dabei kommt durchaus überraschend, dass Selke nach nur wenigen Wochen wieder am Training teilnehmen konnte. "Dass es dann doch so schnell ging für mich, war eine kleine Sensation. Die Ärzte hatten ja eigentlich gesagt: drei bis vier Monate Pause werden es wohl werden." 


Deshalb möchte der 23-Jährige so schnell wie möglich wieder in Spielen für ​Hertha BSC auf dem Platz stehen, muss sich aber in Geduld üben: "Also von mir aus kann es direkt losgehen. Aber ich glaube, da haben die Verantwortlichen einen anderen Plan. Ich weiß noch nicht genau, wie die Woche läuft, wie wir vorgehen. Aber zunächst müssen es der Trainer und die medizinische Abteilung absegnen. Ich bin erst einmal einfach nur froh, dass ich bei der Mannschaft bin und alles problemlos lief bisher."