​Innenverteidiger Matija Nastasic von Vizemeister FC Schalke 04 hat bei der 1:2-Niederlage beim VfL Wolfsburg nach einem vermeintlich harten Foul die rote Karte gesehen, nachdem der Ex-Referee und Videoschiedsrichter Wolfgang Stark eingriff und Hauptreferee Patrick Ittrich zum Platzverweis riet. Auch wenn die Entscheidung zunächst durchaus berechtigt schien, drohen dem ehemaligen FIFA-Schiedsrichter nun Konsequenzen.


Gleich nach dem ersten Spieltag der Bundesliga wird es wohl personelle Konsequenzen in Sachen Videoschiedsrichter geben. Wie der Chef der Videoreferees Jochen Dress in der BILD durchblicken ließ, wird der langjährige Schiedsrichter Wolfgang Stark nach seinem umstrittenen Auftritt im Bundesligaspiel des VfL Wolfsburg gegen den ​FC Schalke 04 wohl vorerst nicht mehr als Videoassistent in Köln sitzen - er steht vor dem vorläufigen Rauswurf aus dem Team. 


DFB Assistant Referees Portrait Session

Bundesliga-Rekordschiedsrichter Wolfgang Stark wohl kein Videoschiri mehr 



"Ich mag Wolfgang als Menschen und Typen sehr. Es gibt nun mal Leute, die haben ihre Stärken als Schiedsrichter auf dem Platz – andere sind bessere Video-Assistenten. Es ist wie in einer Fußballmannschaft: Wenn ein Spieler eine schlechte Phase hat, nimmt er weiter am Trainingsbetrieb teil und kann sich durch Leistung anbieten. Wenn die irgendwann stimmt, steht er auch wieder in der Startelf", so Drees gegenüber der Zeitung. 


Anlass der öffentlichen Kritik und möglichen Abstrafung waren die Entscheidungen der ​roten Karte für Schalke-Verteidiger Nastasic sowie Wolfsburgs Stürmer Wout Weghorst nach einer vermeintlichen Tätlichkeit statt Rot nur die gelbe Karte zu geben. In beiden Situationen hatte Hauptschiedsrichter Patrick Ittrich zunächst anders entschieden, sich aber dann wohl von Stark aus Köln um- bzw. überstimmen lassen. 


Nachdem dieser sein Eingreifen gegenüber Sport1 rechtfertigte, erklärte Drees nun, das es gleich in beiden Fällen falsch gewesen sei. "Entscheidend ist, dass Nastasic zuerst klar den Ball trifft. Ich hätte mir gewünscht, dass der Video-Assistent das erkennt und nicht eingegriffen hätte. Das haben wir auf Lehrgängen auch immer sehr deutlich dargestellt."


Stark stand als ehemaliger Bundesligaschiedsrichter in 20 Jahren Dienstzeit insgesamt 345 Mal auf dem Rasen und ist damit der meisteingesetzte Referee der Bundesliga.