​Trotz einer guten Leistung von Borussia Dortmund zum Bundesliga-Auftakt gegen RB Leipzig sieht Neu-Trainer Lucien Favre noch Verbesserungsbedarf in der Spielanlage und dem Ballbesitzspiel. Auch der neue Mittelfeldspieler Thomas Delaney meint, dass der BVB noch die Balance zwischen Ballbesitz und vertikalem Spiel finden müsse, lobte aber die personelle Zusammensetzung des Mittelfelds gegen Leipzig.


​Borussia Dortmund zeigte zum Bundesliga-Auftakt Zuhause gegen ​RB Leipzig insgesamt ein überzeugendes Spiel, war ungewohnt effektiv vor dem gegnerischen Tor und konnte das Spiel so verdient mit 4:1 für sich entscheiden. Der neue Trainer Lucien Favre sah aber in der Anlage des eigenen Ballbesitzspiels noch Defizite: "Es gibt bei uns viele Sachen zu korrigieren. Bei eigenem Ballbesitz wollten wir aufgrund des Leipziger Pressings viel breiter spielen. Das haben wir nicht gemacht. Wir hätten schneller unsere Außenspieler mit Pässen erreichen müssen, denn dort ist es schwieriger für den Gegner zu pressen", ​erklärte Favre nach dem Sieg der versammelten Presse. Vor allem in den ersten 20 Minuten bis zum Ausgleich hatte der BVB Probleme mit einem sauberen Spielaufbau und verlor immer wieder Bälle in der Vorwärtsbewegung.

Mit dem eigenen Tor kam aber auch mehr Sicherheit in das Spiel der Schwarz-Gelben, die mit zunehmender Spieldauer die Kontrolle übernahmen. Das neu formierte Dreier-Mittelfeld aus den Neuzugängen Axel Witsel und Thomas Delaney sowie dem stark aufspielenden Mahmoud Dahoud zeigte eine starke Leistung. Neben Defiziten im Ballbesitz möchte Favre außerdem an der taktischen Variabilität arbeiten, die dem Schweizer wichtig ist und seine Mannschaften auszeichnet: "Unser Ziel ist es, mehrere Sachen zu beherrschen, Ballbesitz, aber auch Pressing. Daran müssen wir arbeiten. Der Konter ist auch wichtig. Eine Mannschaft, die nicht kontern kann, ist keine gute Mannschaft", ​wiederholte Favre sein Mantra nach dem Auftaktsieg. 


Dieses Gleichgewicht zwischen dominantem Ballbesitz und schnellen Vertikalspiel sieht auch Mittelfeldmotor Delaney als Schwerpunkt der weiteren Arbeit: "Wir wollen sauber von hinten aufbauen, aber wir müssen dabei clever sein. Wir müssen die Balance zwischen Tiki-Taka und riskantem Spiel finden", erklärte der Däne laut ​ESPN nach dem Spiel. "Wir sind glücklich über das Ergebnis, aber es gibt noch einige Dinge, die wir verbessern müssen: Zum Beispiel, wie wir unsere Gegner anlaufen. Manchmal machten wir es dem Gegner zu leicht, durch die Mitte zu spielen", sprach auch Delaney den Verbesserungsbedarf im Pressing an.


Ein großes Lob hatte Delaney derweil für die Zusammensetzung und Arbeit des Mittelfelds: "In dieser Zusammensetzung hat unser Mittelfeld eine gute Ausdauer, ist gut in der Luft und insgesamt sehr physisch. Jeder von uns kann im defensiven Mittelfeld oder auf der Achter-Position spielen. Es hat ziemlich gut funktioniert. Axel Witsel strahlt viel Ruhe am Ball aus. Mo Dahoud geht immer für das Spektakuläre und versucht das Magische zu kreieren, während ich als Box-to-Box-Spieler vor und zurück renne. Wir sind sehr unterschiedliche Spieler."