Am dritten Spieltag der neuen Saison in der Premier League empfingen Newcastle United und Ex-Chelsea-Trainer Rafael Benitez den FC Chelsea von Neu-Trainer Maurizio Sarri. In einem äußerst einseitigen Spiel setzte sich Chelsea trotz des glücklichen Zustandekommens der beiden Treffer am Ende hochverdient gegen aufopferungsvoll kämpfende Magpies durch.


Newcastle United - Chelsea FC 1:2 (0:0)

Tore: 0:1 Hazard (76.), 1:1 Joselu (83.), 1:2 Yedlin (Eigentor, 87.)


Während die Gastgeber aus Newcastle nach erst einem Punkt aus zwei Spielen und einem torlosen Unentschieden gegen Aufsteiger Cardiff anstrebten, etwas Zählbares mitzunehmen, kamen die in der ​Premier League noch ungeschlagenen Blues mit dem Rückenwind des 3:2 Sieges im London Derby gegen den FC Arsenal nach Newcastle.

Newcastle lief in einem 5-4-1 mit fünf Neuzugängen in der Startelf auf. Unter anderem der Schweizer Innenverteidiger Fabian Schär und Mittelstürmer Salomon Rondon gaben ihr Debüt für die Magpies. Die Ex-Bundesliga-Stürmer Yoshinori Muto und Joselu saßen derweil zu Beginn auf der Bank. Sarri ließ seinen ​FC Chelsea nahezu unverändert in einem 4-3-3 starten. Während der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger erneut in der Stammelf spielte, rückten Neuzugang Matteo Kovacic und auch Belgiens WM-Star Eden Hazard erstmals in die Startelf.


​Das Spiel im St. James' Park von Newcastle begann wie erwartet: Der favorisierte FC Chelsea übte von Beginn an durch hohen Ballbesitz Druck aus, während sich die Gastgeber in einem tiefen 5-4-1 mit neun Feldspielern um den eigenen Strafraum formierten. Während Chelsea vor allem in der Anfangsphase nahezu ausschließlich über links und den agilen Eden Hazard anlief, versuchte Newcastle durch lange Bälle auf den Zielspieler Salomon Rondon nach vorne zu kommen. Die Blues schnürten den Gastgeber vor dem Tor ein und waren klar feldüberlegen, konnten sich in den ersten 20 Minuten aber keine gefährlichen Abschlüsse erarbeiten. 


Viel Ballbesitz für die Blues - aber kaum Abschlüsse


Erst nach 25 Minuten gab es die erste echte Torchance des Spiels, als Belgiens Hazard alleine auf den Sechzehner zu dribbelte und aus gut 17 Metern zum Abschluss kam, allerdings knapp verzog. Insgesamt war auffällig, dass Newcastle sehr physisch und eng an den Gegenspielern verteidigte - vor allem Chelseas Topspieler Hazard bekam in der ersten Halbzeit mehrfach auf die Knochen. In der 34. Minute kamen auch die Gastgeber zur ersten Torchance, als Mittelstürmer Rondon einen Kopfball ein gutes Stück neben den kurzen Pfosten setzte. Im direkten Anschluss kamen die Blues zu guten Abschlüssen durch Pedro, der erst von rechts verzog und eine Minute später einen Ball von Hazard aufgelegt bekam, der in den Strafraum dribbelte - Torwart Dubravka konnte den Flachschuss aber parieren.

Newcastle United v Chelsea FC - Premier League

Rund um die 40. Minute konnten sich die Magpies erstmals durch drei Ecken in Folge im gegnerischen Drittel festsetzen, daraus allerdings kein Kapital schlagen. Kurz vor der Pause machten die Blues nochmal Druck und hatten Gelegenheiten durch einen geblockten Schuss von Azpilicueta und erneut Hazard, der durch einen Steckpass von Kanté in Szene gesetzt wurde, die Schussmöglichkeit aber vertändelte. Unterm Strich standen zur Halbzeit so fast 80 Prozent Ballbesitz für Chelsea, aber nur ein Schuss auf das gegnerische Tor. 


Auch die ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit stellten sich ähnlich dar: Chelsea lief an, kam aber weiterhin in der Box nicht zu gefährlichen Aktionen. Auffällig war derweil, dass es die Blues nun mehr über Flanken auf Mittelstürmer Alvaro Morata versuchten. Der tat sich gegen die drei Newcastle-Innenverteidiger allerdings schwer, kam oft einen Schritt zu spät und wurde folgerichtig nach 65 Minuten durch Weltmeister Olivier Giroud ersetzt. Erst mit der Einwechslung von Willian konnte der Favorit den Druck nach 70 Minuten weiter erhöhen. In der 72. Minute sorgte bezeichnenderweise Innenverteidiger Rüdiger für die beste Chance der zweiten Halbzeit, als er einen Distanzschuss aus über 25 Metern an die Latte hämmerte.


Ein Elfmeter als Türöffner - und eine wilde Schlussphase


Und so brauchte es einen Elfmeter für den Favoriten, um in Führung zu gehen: Linksverteidiger Marcos Alonso wurde von Hazard per Steilpass in den Strafraum geschickt, wo sich Alonso gegen den Schweizer Schär durchsetzte und von hinten umgegrätscht wurde. Der Schiedsrichter entschied vertretbar auf Strafstoß. Diese Gelegenheit ließ sich Hazard nicht nehmen und verwandelte aus elf Metern präzise in die linke Ecke. Im direkten Anschluss brachte Newcastle Ex-Mainzer Muto für den Rot-gefährdeten Schär.

Daraufhin nahm das Spiel endlich Fahrt auf: Nach einem diagonalen Ball setzte sich Newcastles DeAndre Yedlin in der 83. Minute regelwidrig mit dem Ellenbogen gegen Giruod durch und flankte scharf auf den ersten Pfosten. Dort sprintete der eingewechselte Stürmer Joselu ein und köpfte den Ball vor David Luiz zum Ausgleich in die kurze Ecke. Das Tor zählte. Chelsea regierte wütend auf diesen unverdienten Ausgleich und stürmte nach vorne. Nach einem Freistoß in der 87. Minute für Chelsea kam der torgefährliche Verteidiger Marcos Alonso aus halbrechter Position zum Abschluss - und ausgerechnet Yedlin, der sich vor dem Ausgleich mit dem Ellenbogen Platz verschaffte, fälschte den Ball ins eigene Tor ab.


Obwohl Newcastle United in der Nachspielzeit nochmal alles nach vorne warf, ließ sich der FC Chelsea die erneute Führung nicht mehr nehmen und konnte das Spiel so verdient für sich entscheiden - 81 zu 19 Prozent Ballbesitz und 15 zu sechs Torschüsse pro Chelsea sprechen unterm Strich eine deutliche Sprache. Mann des Spiels ist Linksverteidiger Alonso, der den Elfmeter herausholte und den Schuss zum Sieg abgab.