Eine Vereinslegende verabschiedet sich drei Jahre nach seinem letzten Pflichtspiel vom ​FC Bayern München. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel des Rekordmeisters gegen seinen aktuellen Verein Chicago Fire sprach Bastian Schweinsteiger über die Motivation nach dem verlorenen Champions-League-Finale 2012, die Münchner Ambitionen in der neuen Saison und die Nationalmannschaft. 


Vor Schweinsteigers Abschiedsspiel am Dienstag schwelgte der 34-Jährige auf einer Pressekonferenz von seiner erfolgreichen Zeit bei den Bayern. "Ich verbinde sehr viel mit dem FC Bayern. Natürlich haben wir Pokale in die Höhe gestemmt. Aber was mich sehr berührt hat, waren die Reaktionen der Münchener nach dem verlorenen CL-Finale 2012. Sie haben mich sofort wieder motiviert", sagte Schweinsteiger laut Bild. Angespornt durch die Vereins-Bosse führte Schweinsteiger den FC Bayern im Folgejahr zum Triple aus Meisterschaft, DFP-Pokal und dem Champions-League-Sieg. Als Ikone will er trotzdem nicht gelten. "Ich fühle mich nicht als Legende. Ich bin einfach nur froh, hier zu sein. Ich hatte wirklich wunderbare Jahre beim FC Bayern", sagte Schweinsteiger bescheiden. 

Schweinsteiger sprach auch über darüber, was er von seinem Ex-Klub sportlich erwartet: "Ich traue ihnen sehr viel zu. Gerade mit dem neuen Trainerstab glaube ich, dass Zug in die Mannschaft kommt.“ Kann er sich eine Karriere in der sportlichen Leitung des FC Bayern vorstellen? Das ließ der 121-malige Nationalspieler offen: "Die nächsten Jahre habe ich andere Gedanken in meinem Kopf, was darüber hinaus passiert, wird man erleben. Ich will noch ein paar Jahre Fußball spielen."


Schweinsteiger lobt Goretzka


Desweiteren glaubt Schweinsteiger an eine erfolgreiche Nationalelf in der Zukunft. "Ich bin überzeugt, dass es mit der Nationalmannschaft wieder vorwärts geht", sagte er. Bezüglich Bundestrainer Joachim Löw, der sich am Mittwoch in München erstmals nach der WM ausführlich zu seinen Plänen erklärt, sagte er: "Ich bin froh, dass er weitermacht. Er hat die Qualitäten, die richtigen Entscheidungen zu treffen und die notwendigen Veränderungen vorzunehmen". Jemand, der die Nationalmannschaft in ein paar Jahren prägen soll, spielt seit dem Sommer in München und heißt Leon Goretzka. Wie Schweinsteiger fühlt sich der 23-Jährige ebenfalls im zentralen Mittelfeld bestens aufgehoben. Lob bekam der ehemalige Schalker vom Altmeister: "Leon Goretzka ist ein exzellenter Fußballer. Als ich 23 Jahre alt war, habe ich auch noch meine Schritte machen müssen. Auch er muss seine Schritte noch machen. Aber hier hast du optimale Bedingungen.“


Am Montag wird Schweinsteiger in die "Hall of Fame" des Rekordmeisters eingeführt, wo schon Vereinslegenden wie Franz Beckenbauer vertreten sind. Zuvor bekommt er in der bayerischen Staatskanzlei den bayerischen Verdienstorden von Ministerpräsident Markus Söder überreicht