Es war eine intensive Partie mit vielen Aufregern, an deren Ende der ​VfL Wolfsburg einen erfolgreichen Auftakt feierte: Beim ​Heimspiel gegen den FC Schalke 04 setzte sich die Mannschaft von Bruno Labbadia mit 2:1 durch, wobei man vor allem im Vergleich zum Pokalspiel beim SV Elversberg ein anderes Gesicht zeigte. Dementsprechend zeigte sich Labbadia zufrieden, der sich "extrem" für seine Spieler freute.


Am Samstagnachmittag war in der Volkswagen Arena so einiges los. Der VfL Wolfsburg und der FC Schalke 04 boten sich einen interessanten Schlagabtausch, wobei jedoch der Video-Assistent im Vordergrund stand. Im zweiten Durchgang sah sich Hauptschiedsrichter Patrick Ittrich binnen weniger Minuten zwei Szenen noch einmal genauer an und entschied sich im Nachhinein dafür, den Schalker Abwehrspieler Matija Nastasic mit Rot vom Platz zu schicken.  Ursprünglich hatte er den Serben lediglich mit Gelb verwarnt - und ​Wolfsburgs Angreifer Wout Weghorst nach dem ursprünglichen Platzverweis doch wieder aufs Feld gehol.


Domenico Tedesco lieferte sich daher ​ein Wortgefecht mit Ittrich, der die Partie laut kicker als "eines der schwersten Spiele meiner Karriere" bezeichnete. "Es ist oft so, dass eine Szene ein Spiel verändert. Dadurch entstehen Emotionen - und so war das eben ein schweres Spiel heute für mich", führte der 39-Jährige fort, der auch klarstellte: "Es wird oft angenommen, dass vom Videoschiedsrichter in solchen Szene gesagt würde 'klar Rot' oder 'klar Gelb". So ist das aber nicht, er teilt mir stattdessen mit, dass ich mir eventuell die Szene nochmals ansehen soll. Das habe ich getan und mich eben im Fall von Nastasic stattdessen für Rot entschieden."

VfL Wolfsburg v FC Schalke 04 - Bundesliga

  Hatten während und nach der Partie einiges zu besprechen: Schiedsrichter Patrick Ittrich (r.) und Schalkes Trainer Domenico Tedesco (l.)


Für Bruno Labbadia war der Wirbel um den Video-Assistenten nur Nebensache, viel mehr freute er sich über den Sieg seiner Mannschaft: "Es war ein extrem intensives Spiel, das taktisch von beiden Seiten sehr gut geführt war. Beide haben versucht, den Spielaufbau zu unterbinden. Uns ist es gut gelungen, die Schalker Abwehr zu einer Fünferkette zu zwingen, weil wir das Spiel sehr breit gemacht haben. Das alles hat die Mannschaft sehr gut umgesetzt", wurde der 52-Jährige auf der ​vereinseigenen Website zitiert. 


Labbadia freut sich über die "Belohnung"


Nach 33 Minuten erzielte John Anthony Brooks nach einem Eckball die Führung für die Gastgeber, ehe Nabil Bentaleb per Elfmeter den Ausgleich erzielte. Trotz Unterzahl konnte 'Köngisblau' das Spiel offen gestalten, doch schlussendlich sorgte Daniel Ginczek in der vierten Minute der Nachspielzeit für die Entscheidung.  

VfL Wolfsburg v FC Schalke 04 - Bundesliga

  Mit dem Sieg am ersten Spieltag war Bruno Labbadia mehr als zufrieden


Den Last-Minute-Sieg sah er allen voran als Belohnung für die harte Arbeit in der Vorbereitung: "Wir haben so viel geackert in den letzten Wochen – und da tun uns solche Erfolgserlebnisse sehr gut. Wir haben heute aber nicht nur viel gearbeitet, sondern versucht, sehr mutig hinten rauszuspielen." Allerdings benötige man gegen einen Gegner wie Schalke "auch ein Quäntchen Glück. Das 1:1 war natürlich ein Nackenschlag, aber die Mannschaft hat in bester Art und Weise darauf reagiert, sofort wieder den Vorwärtsgang einzulegen – natürlich mit dem Risiko, dass man solch ein Spiel dann auch mal mit einem Konter verlieren kann."


Tedesco will "das Positive mitnehmen"


Auf der Gegenseite ärgerte sich Tedesco über die späte Niederlage, da sich die Mannschaft keinesfalls hat unterkriegen lassen und - wie bereits in der Vorsaison - vor allem über ihre Mentalität trumpfte: "In der Halbzeitpause haben wir dann auf ein 4-2-3-1-System umgestellt, um vorne noch mehr Präsenz zu erhalten – sowohl im Pressing als auch im Offensivspiel. Dann haben wir relativ früh die Rote Karte gekriegt – und haben dann umgestellt auf ein 5-3-1 ohne Sechser und als logische Konsequenz noch mehr nach vorne verteidigt. Kurioserweise hatten wir in Unterzahl dann viele Ballgewinne und haben das 1:1 erzielt. Dass wir dann noch die Niederlage kassieren, ist schade." Dennoch gilt für den 32-Jährigen: "Trotzdem nehmen wir das Positive der sehr guten zweiten Halbzeit mit. Ein Riesenkompliment an die Jungs, die marschiert sind und an sich geglaubt haben."