Schon wieder wird Kingsley Coman dem FC Bayern München lange fehlen: Bei der Auftakt-Partie gegen 1899 Hoffenheim (3:1) zog sich der Flügelflitzer nach einer Grätsche von Nico Schulz einen erneuten Syndesmosebandriss zu​. Die Ausfallzeit beträgt voraussichtlich erneut drei Monate, wodurch sich die Personalsituation auf den Außenbahnen schon jetzt anspannt. Doch die häufigen Verletzungen des 22-Jährigen sind kein Wunder, denn ohne die Sense ist er nur schwer zu stoppen.


Schon mehrmals wurde Kingsley Coman in der ersten Halbzeit etwas rüde von seinen Gegenspielern gestoppt, doch nach einem Tackling von Nico Schulz war unmittelbar vor der Halbzeitpause Schluss für den Franzosen, der schon früh ahnte, dass es nicht weitergehen würde. Die gestrige Diagnose ergab einen Syndesmosebandriss - ​genau wie im Februar, als sich jene ​Verletzung auch gegen Hertha BSC ereignete. 


Irgendwie passt er einfach in die Riege der Flügelspieler des FC Bayern, da sie einige Dinge gemeinsam haben: Franck Ribery, Arjen Robben, Serge Gnabry und Kingsley Coman sind technisch hoch veranlagt, sie können Tempo aufnehmen und dem Gegner somit enteilen. Doch vor allem sind sie verletzungsanfällig.


In seinem ersten Jahr an der Isar fehlte Coman nur selten, doch wenn, dann hatte es mit muskulären Problemen zu tun. In der ersten Saison unter Carlo Ancelotti folgte eine Kapselverletzung in der Vorbereitung, mitten in der Saison machte ihm ein Kapselriss im Sprunggelenk für gut einen Monat zu schaffen. Zwar sammelte der 22-Jährige bereits 96 Pflichtspiele für den FC Bayern, doch klar ist: Es hätten noch einige mehr sein können.

FC Bayern Muenchen v TSG 1899 Hoffenheim - Bundesliga

  Der Moment der Verletzung: Nico Schulz (l.) bringt Kingsley Coman übel zu Fall


Vor allem seine Geschwindigkeit ist nicht nur sein größter Vorteil, sondern auch sein ärgstes Problem. Comans Antritt ist enorm, zudem kann er das Tempo im Sprint dauerhaft halten. Kaum einer schafft es, ihn mit fairen Mitteln zu stoppen - weshalb meist die Grätsche gezückt wird. Das muss zwar nicht immer übel ausgehen, tut es aber eben oft.


Daher fehlt er bereits zum zweiten Mal für längere Zeit, das Fußballjahr 2018 ist damit nahezu gelaufen. Dabei ist er ein wichtiger Baustein für die Zukunft, sollte bereits in dieser Saison langsam aber sicher den Generationswechsel vorantreiben. Die Spielzeit ist zwar noch lang, doch der frühe Dämpfer wirft ihn erneut zurück.


Speziell nach seiner Rückkehr in der abgelaufenen Saison, als er kurzzeitig aufgrund einer Sehnenreizung fehlte, blühte Coman auf, zeigte gegen Hannover 96 seine wohl beste Leistung der Saison. Jedoch wird er jetzt erneut von vorne beginnen müssen, um dann darauf zu hoffen, endlich wieder über längere Zeit gesund zu bleiben.