Robert Lewandowski hat sich zwar kürzlich wieder zum FC Bayern München bekannt, doch gleichzeitig kritisierte der 29-Jährige die Vereinsführung für mangelnde Rückendeckung im Frühling. Der Vorstandsvorsitzende des Rekordmeisters, Karl-Heinz Rummenigge, kann die Aussagen des polnischen Torjägers jedoch nicht nachvollziehen und zeigte sich daher im Gespräch mit der Sport Bild irritiert.  


"Im April, Mai hat fast jeder gegen mich geschossen. Und ich habe keinen Schutz vom Verein empfunden, ich habe mich in der Situation allein gefühlt. Ich habe in zwei, drei wichtigen Spielen kein Tor geschossen, und plötzlich hieß es für alle: Feuer frei gegen Lewandowski. Ich habe niemanden gesehen, der damals hinter mir stand. Auch keiner der Bosse hat mich verteidigt" - klare Worte von Robert Lewandowski, der gegenüber der Sport Bild darüber sprach, woher seine einstigen Gedanken über einen Wechsel zustande kamen.


"Das war für mich der Punkt, an dem ich dachte: Wenn hier alle ein Problem mit mir haben und denken, dass ich nicht gut genug bin – warum soll ich dann noch länger hierbleiben? Deswegen habe ich an Abschied gedacht", führte er fort. Doch nachdem die Münchner stets betonten, Lewandowski keinesfalls abgeben zu wollen, ​sowie nach einem Gespräch mit dem neuen Trainer Niko Kovac, entschloss sich der 29-Jährige doch noch zu einem Verbleib.

FC Bayern Muenchen v VfB Stuttgart - Bundesliga

  Kann die Kritik keineswegs nachvollziehen: Karl-Heinz Rummenigge


Allerdings sorgte er mit den Vorwürfen an die Vereinsführung für Irritationen: "Ich bin ein Stück weit erstaunt über diese Aussage", sagte Karl-Heinz Rummenigge vor dem ​Auftaktspiel der Bayern gegen 1899 Hoffenheim. Er habe sich "zu einer Zeit vor ihn gestellt, im März, April, als es Kritik nach den Spielen in der Champions League gab. Ich habe gesagt, ich finde die Diskussion lächerlich. Über einen Stürmer, der jedes Jahr 30 Tore erzielt, diskutiere ich gar nicht."


"Eine größere positive Kundgebung konnten wir ihm gar nicht zuteil werden lassen", so der 62-Jährige, ​der auch im Mai ein deutliches Machtwort in Bezug auf die Lewandowskis Zukunft sprach: "Wir wissen, was wir an Robert haben. Ich bin sehr glücklich, dass wir noch so einen langfristigen Vertrag haben. Wir wissen, welche Qualitäten Lewandowski hat. Er ist einer der besten Stürmer der Welt. Wenn er jetzt mal ein paar Spiele keine Tore erzielt, dann ist das auch kein Problem. Das habe ich selbst erlebt, selbst Gerd Müller. Da muss man ganz entspannt mit umgehen."


Der Vorstandsboss habe "grundsätzlich ein gutes Verhältnis" zu Lewandowski, wunderte sich jedoch auch darüber, dass der Spieler nicht direkt das Gespräch mit ihm gesucht habe. Schließlich sei er "jeden Tag im Büro. Meine Tür ist offen. Einmal anklopfen und man ist drin."