Seit etwas mehr als zwei Jahren ist Frank Baumann als Geschäftsführer Sport des ​SV Werder Bremen tätig. In dieser Zeit konnte der Ex-Spieler die zu Beginn kritischen Töne verstummen und hat einen maßgeblichen Anteil daran, dass der Verein in diesem Jahr den Europapokal anvisiert. Derzeit ist sein Vertrag bis Sommer 2019 datiert, weshalb die Verantwortlichen an der Weser derzeit alles daran setzen, dass Baumann auch in Zukunft die Geschicke leitet.


Werder Bremen will in diesem Jahr hoch hinaus. Das bekräftigten nicht nur Trainer Florian Kohfeldt und Geschäftsführer Frank Baumann auf der Pressekonferenz vor dem ersten Bundesligaspiel gegen Hannover 96, sondern auch Aufsichtsratsboss Marco Bode: "Wir sind ja nicht überheblich und glauben, dass es einfach wird. Aber wir wollen Europa in den Blick nehmen", sagte der 49-Jährige im Gespräch mit der Bild


Doch Bode verdeutlicht ebenfalls, dass dieses Unterfangen alles andere als eine leichte Aufgabe darstellt: "Wenn wir in einen europäischen Wettbewerb wollen, müssen wir von denen, die ähnliche Möglichkeiten haben wie wir, die Besten sein und ein, zwei andere überholen. Wir nehmen die Rolle des Herausforderers an."

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   Krempelte die Mannschaft binnen wenigen Monaten um: Florian Kohfeldt


Er sei "zuversichtlich", dass Werder in Zukunft erfolgreich sein kann, was mit Kohfeldt und Baumann zusammenhängt. Allen voran für den Trainer hat er nur positive Worte übrig: "Florian macht Spieler besser. So wie Claudio Pizarro ein kompletter Spieler ist, ist Florian Kohfeldt ein kompletter Trainer. Er hat Fachwissen und Persönlichkeit, dazu eine sehr menschliche Führungsqualität. Florian traut sich trotz seines jungen Alters, gestandenen Spielern die Meinung zu sagen und kommt in den Medien gut an. Er hat ein natürliches Talent, sich authentisch zu präsentieren."


Verlängerung mit Baumann soll "in Kürze" erfolgen


Doch auch Baumann hat einen großen Anteil am Bremer-Aufschwung. Unter ihm wurden Spieler wie Serge Gnabry, Max Kruse, Thomas Delaney, Jiri Pavlenka oder Davy Klaassen verpflichtet. Zwar spielen einige der vielen Neuzugänge nicht mehr an der Weser, doch der Großteil ist geblieben und nimmt eine nicht ganz unwichtige Rolle ein. "Wir haben die meisten Stammspieler über den Sommer behalten und mit vielen verlängert. Die Abwehr spielt in der gleichen Formation wie letztes Jahr und in der Offensive haben wir Variationen dazubekommen. Wir haben viele Typen in der Mannschaft, die unsere Ambitionen leben wollen", so Bode, der anmerkt: "Uns im Aufsichtsrat freut das."

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   Mittlerweile hat es Frank Baumann geschafft, dem Trainer einen schlagfertigen Kader bereitzustellen


Daher soll eine schnelle Einigung mit Baumann her. Der Sportchef soll dabei langfristig gebunden werden: "Ich führe die Gespräche zusammen mit meinem Kollegen Axel Plaat. Ich bin überzeugt, dass wir uns in Kürze einigen. Es wird kein Renten-, aber sicher ein eher langfristiger Vertrag."


Die Suche nach 'strategischen Partnern' steht allerdings nicht mehr im Vordergrund: "Wir haben viele Gespräche mit potentiellen Investoren geführt und sind immer zum Ergebnis gekommen, dass wir auch mit den jetzigen Strukturen erfolgreich sein können. Auch der Verein als Gesellschafter gibt uns deutliche Zeichen, dass er vorsichtig sein will. Die Suche ist aktuell kein so großes Thema." Insgesamt zeigt sich Bode, der seit 2014 im Aufsichtsrat tätig ist, über die Entwicklung des Vereins mehr als zufrieden: "Wir gehen einen mutigen Weg, sind aber wirtschaftlich stabil."