COLOGNE, GERMANY - AUGUST 19: Head coach Ralf Rangnick of RB Leipzig looks on prior to the DFB Cup first round match between Viktoria Koeln and RB Leipzig at Sportpark Hoehenberg on August 19, 2018 in Cologne, Germany. (Photo by TF-Images/Getty Images)

"Wir wollen in Dortmund gewinnen" - Rangnick visiert drei Punkte zum Auftakt an

Nach dem torlosen Remis im Hinspiel der Europa-League-Play-Offs gegen Sorja Luhansk geht es für RB Leipzig am ersten Spieltag der Bundesligasaison 2018/19 gleich zum Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund.


Für Ralf Rangnick, der diese Partie als das zweite große Highlight neben dem Eröffnungsspiel zwischen Bayern München und 1899 Hoffenheim sieht, geht es im Signal Iduna Park einzig und allein um den Sieg und er erwartet, dass beide Mannschaften dann feststellen, wie weit sie bereits sind.


Dabei wird der 60-Jährige allerdings auf eine andere Startaufstellung zurückgreifen als noch am gestrigen Donnerstag, was vor allem mit der späten Rückreise zu tun hat. Viel Zeit zur Regeneration hatten die Spieler nicht, weshalb man gespannt sein darf, wer alles am Sonntag (18 Uhr) beginnen wird. Auf der heutigen Pressekonferenz sprach Rangnick daher unter anderem über...

1. Die Rückreise nach Leipzig

Nach der Partie gegen Sorja Luhansk landete der Mannschafts-Tross erst spät in Leipzig - sehr zum Ärgernis von Ralf Rangnick: "Die UEFA kam auf die glorreiche Idee, zum ersten Mal eine Dopingkontrolle einzusetzen. Gelandet sind wir um viertel nach drei. Ich selber war um fünf im Bett, viel früher wird es bei keinem gewesen sein. Wie man auf die Idee kommen kann,

zum allerersten Mal bei diesem Spiel eine Dopingkontrolle anzusetzen, grenzt an Schikane. Für uns hat es einen riesengroßen Unterschied ausgemacht, deswegen habe ich da ehrlich

gesagt kein Verständnis für diese Ansetzung. Da hat sich keiner damit auseinandergesetzt, was das für uns bedeutet."


Zeit für die Vorbereitung bleibt daher nicht, weshalb der 60-Jährige es ein wenig entspannter angehen will und den mitgereisten Akteuren die Gelegenheit geben will, sich auszuruhen.

2. Die Vorbereitung auf die anstehende Partie

Daher ist das heutige Training erst für 18 Uhr angesetzt, das Abschlusstraining am morgigen Samstag findet um 14 Uhr statt. "Wir wollen den Jungs so viel Zeit wie möglich geben, um sich 

auszuruhen", so Rangnick, der daher auch verkündete: "Sie [die Spieler, Anm. d. Red.] brauchen heute nicht zwei Stunden vorher, sondern erst eine Stunde vor dem Training hier sein." 


Der Trainingsinhalt fällt dabei für die mitgereisten Akteure relativ entspannt aus: "Dadurch, dass wir gestern erst spät zurückgekommen sind, machen wir heute nur regeneratives Training. Wir können nicht mit der Elf trainieren, die am Sonntag möglicherweise in Frage kommt. Die, die nicht dabei waren, werden noch einmal belastet. Alle anderen können das erst morgen.


Auch die Analyse des Kontrahenten aus Dortmund fällt etwas dürftig aus: "Wir haben gestern auf dem Rückflug ein klein wenig über den Gegner gesprochen. Wir haben auch am Montagabend das Pokalspiel angeschaut. Das richtige Auseinandersetzen wird nach der Pressekonferenz beginnen."

3. Das Personal-Update

Generell wolle Rangnick am Sonntag "die ausgeruhteste Mannschaft" aufs Feld schicken, weshalb er sich im Hinblick auf eine mögliche Aufstellung nicht in die Karten blicken lässt. Jedoch erfreute er sich vor allem daran, dass alle Spieler die Partie gegen Luhansk gut überstanden haben: "So wie es aussieht, hat keiner Blessuren davongetragen. Jetzt müssen wir sehen, wie es bei den anderen aussieht."


Insgesamt habe man es "gut hingekriegt, die Belastung auf alle Spieler zu verteilen. Es war auch gut, Kevin Kampl zuhause zu lassen. Wir müssen abwarten, ob er morgen voll

einsteigen kann. Im Moment haben wir da Hoffnung."


Demnach hofft er, dass "keiner außer Marcel Halstenberg ausfällt", eine endgültige Entscheidung soll am Samstag erfolgen. Angetan zeigte er sich dabei von Timo Werner, der nach seinem Startelfeinsatz am gestrigen Donnerstag wohl auch ein Kandidat für Sonntag ist. "Timo hat gestern auf mich einen guten Eindruck gemacht, ist natürlich noch nicht bei 100 Prozent. Trotzdem weiter, als ich es vermutet hatte. Es war ein positiver Schritt in die richtige Richtung", so das Fazit des Trainers. 

4. Weitere Transfers

Im Hinblick auf die Dreifachbelastung ist der bisherige Kader mit 25 Spielern zwar gut besetzt, doch Rangnick macht weiterhin keinen Hehl daraus, noch den ein oder anderen Transfer tätigen zu wollen: "Wir haben im Moment einen etwas kleineren Kader, daran arbeiten wir. Daher sagen wir auch: Wir hätten ganz gern ein oder zwei neue Spieler. Ich hoffe, dass es gelingt, aber endgültig sagen kann ich es erst, wenn es so weit ist."


Doch auf Teufel komm raus soll nichts erfolgen: "Dass wir nach wie vor auch mit diesem kleinen Kader noch Möglichkeiten haben, hat das Spiel gestern gezeigt. Wir haben die Möglichkeit, frische Spieler ins Rennen zu bringen."


Anders gestaltet sich die Kadersituation jedoch bei der Konkurrenz, wobei Rangnick ausdrücklich auf Gegner Borussia Dortmund verwies: "Es gibt in der Bundesliga keinen Kader bis auf Bayern München, der so gut besetzt ist wie Borussia Dortmund. Da sind wir noch lange nicht. Trotzdem", so der Trainer, "habe ich die Hoffnung, dass wir die Spieler, die wir verpflichten wollen, verpflichten können. In einer Woche schließt das Transferfenster, dann wissen wir mehr."

5. Der kommende Gegner aus Dortmund

Gleich am ersten Spieltag trifft RB Leipzig auf Borussia Dortmund, doch Rangnick will angriffslustig in die Partie gehen: "Wir wollen in Dortmund gewinnen, deswegen fahren wir da hin. Es macht Spaß, in diesem Stadion vor dieser Kulisse zu spielen."


Von der Tatsache, dass mit Lucien Favre der insgesamt vierte Trainer seit dem Leipziger Aufstieg an der Seitenlinie des BVB steht, will er sich indes nicht blenden lassen: "Lucien Favre kenne ich schon viele Jahre, insofern ist die Art und Weise, wie er Fußball spielen lässt, bekannt. Es kommt vom spielerischen Ansatz her, vom eigenen Ballbesitz weg. Es ist eine Mannschaft, die sich über Ballbesitz definiert, es gut macht und nicht zu stoppen ist, wenn sie kombiniert."


Daher sei es "wichtig, gut gegen den Ball zu arbeiten und selber Situationen zu kreieren, in denen wir Dortmund auch in der Defensive fordern. Wir brauchen Tiefgang, Speed. Darum wird es für uns gehen."

6. Die Regeländerungen

Eine neue Saison bringt oftmals auch neue Regelungen mit sich. So gibt es einige Veränderungen beim Video Assistant Referee (VAR), der von nun an kalibrierte Abseitslinien erhalten wird. Zudem erhalten die Zuschauer in den Stadien eine Übersicht darüber, welche Situation die ausschlaggebende für den Eingriff des VAR war.


"Ich glaube, was die Regeln angeht, hat sich nicht so viel geändert. Ein Streitpunkt bleibt das Thema Handspiel: Wann ist es Hand? Wann ist es elfmeterreif? Das wird auch so bleiben, es ist immer noch eine subjektive Auslegungssache", so Rangnick, der glaubt, dass sich der Videoassistent in den kommenden Jahren "normalisieren wird, und dass es insgesamt richtiger, gerechter ablaufen wird".


Doch auch für die Trainer eröffnen sich neue Wege. So ist es von nun an - wie schon bei der Weltmeisterschaft - erlaubt, mit einem der Co-Trainer via Headset zu kommunizieren, während dieser das Spiel von der Tribüne aus beobachtet. "Das erleichtert vieles. Das war überfällig. Viele andere Sportarten waren uns darin voraus", befindet Rangnick, der jedoch auch ein wenig Verständnis für die verzögerten Änderungen aufbrachte: "Wir sind in vielen Bereichen traditionsbewusst, daher dauert es im Fußball allgemein länger als in anderen Sportarten."