​Die letzten Saison-Ergebnisse des ​SV Werder Bremen lesen sich durchaus bescheiden: Nach dem Meisterschaftsgewinn im Jahr 2004 ging es nämlich beinahe stetig bergab. Platz zwölf, zehn, 13, acht und elf sagte die Tabelle dabei in den vergangnen fünf Jahren. Doch mit dem Abstiegskampf soll an der Weser nun Schluss sein, denn Funktionäre wie Fans träumen von Europa. Im ​Vorfeld waren die Saisonziele bereits forsch formuliert worden, nun legten Baumann und Kofehldt offiziell nach.


Am ersten Spieltag der neuen Bundesliga-Saison werden die Bremer mit Hannover 96 gleich auf einen Nachbarn aus dem Norden treffen. Der Bundesliga-Aufsteiger aus dem vergangenen Jahr könnte dabei in dieser Saison ein direkter Konkurrent werden. Beide Vereine müssen rein vom letztjährigen Abschneiden her um den Klassenerhalt kämpfen. Während die Niedersachsen dieses Ziel auch so vorgeben, gibt es aus Bremen andere Töne zu hören.

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"Alle träumen von Europa": Frank Baumann gibt eine optimistische Zielsetzung vor


"Wir wollen nach Europa. Das ist unser Saisonziel. Es ist sehr ambitioniert, aber wir haben in den letzten Monaten mit Florian Kohfeldt bewiesen, dass es nicht unrealistisch ist", so der 42-jährige Geschäftsführer auf der Pressekonferenz vor dem angesprochenen Spiel gegen Hannover. 

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"Anreiz hat gefehlt": Mit neuer Zielsetzung will Florian Kohfeldt mit Werder erfolgreich sein


Dabei ist sich Baumann allerdings darüber bewusst, dass mit Mannschaften wie Dortmund, Leipzig, Gladbach, Hoffenheim, Leverkusen oder Schalke Konkurrenten vorhanden sind, deren Budget größer ist und die auch entsprechend auf dem ​Transfermarkt tätig werden konnten. "Normalerweise haben sechs, sieben Mannschaften ein anderes Budget mit einem anderen Kader und die machen die Plätze unter sich aus. Aber wir wollen da sein, wenn geschwächelt wird", so Baumann im Wortlaut.


Baumann verrät: "Alle haben die Sehnsucht, den Traum von Europa in sich", ​darunter vor allem Neuzugang Davy Klaassen. Laut Trainer Kohfeldt habe aufgrund der bescheidenen Zielsetzung zuletzt der Anreiz gefehlt. Sicherlich könne der jetzige Ansatz aufgrund der jüngsten Ergebnisse kritisch beäugt werden, dennoch steht der 35-Jährige hinter dieser Mission, auch wenn er gleichzeitig Geduld einfordert. Ob die Bremer bloßem Wunschdenken verfallen sind oder im Kampf um Europa tatsächlich mitreden können, wird sich am morgigen Samstag eventuell schon leicht absehen lassen.