​Davy Klaassen ist mit 13,5 Millionen Euro der Rekordtransfer in Werder Bremens Vereinsgeschichte. Im Interview mit der Bild sprach der 25-Jährige über seine ersten Wochen über die hohen Ziele, seinen Ehrgeiz und seine soziale Ader.


Der niederländische Fußballer des Jahres 2016 gilt als Königstransfer von ​Werder Bremen, obwohl er in der letzten Saison seine Qualitäten nicht oft zeigen durfte. 2017 wechselte Klaasen für 27 Millionen Euro von Ajax Amsterdam zum FC Everton. In einer inhomogenen Mannschaft, die ihr Leistungsniveau nie ausschöpfte, konnte Klaasen sich nicht durchsetzen und kam auf nur sieben Premier-League-Einsätze. 


Trotzdem gibt es Gründe, warum erst Everton und jetzt Bremen so viel Geld haben springen lassen für den Blondschopf. In der Saison 2016/2017 schoss er in 50 Pflichtspielen 20 Tore und gab 12 Vorlagen, Klaassen war der Motor im Mittelfeld und führte Amsterdam bis ins Europa-League-Finale. Zwar wäre es vermessen, mit Werder Bremen mittelfristig genau dort hin zu wollen, doch Klaassen hat seine Ziele abgesteckt - und die sind hoch.


UEFA Europa League'Ajax v Manchester United'

Mit Ajax Amsterdam stand Klaassen im Finale der Europa League


„Du musst dir immer hohe Ziele stecken. Keiner will um Platz 12 spielen. Ich will nach oben, der Klub will nach oben. Wir alle werden 100 Prozent geben, um es nach Europa zu schaffen", sagte Klaassen im Gespräch mit Bild


Trotz seines relativ jungen Alters hat Klaassen schon viel Erfahrung und auch eine ordentliche Titelsammlung. Von 2012 bis 2014 gewann er mit Ajax dreimal in Folge die niederländischen Meisterschaft. Auch in der Nationalmannschaft hat der offensive Mittelfeldspieler mit 4 Toren in 16 Partien eine Duftmarke abgegeben, doch sein letztes Spiel für "Oranje" liegt ein Dreivierteljahr zurück. Dorthin zurück möchte er aber unbedingt. 


"Der Kontakt zum Nationaltrainer (Ronald Koeman) ist gut. Ich kenne ihn ja aus meinen ersten Monaten in Everton. Er hat mir immer gesagt, wenn ich im Verein spiele, bin ich auch eine Option für die Nationalmannschaft", sagte Klaassen. Den Ehrgeiz, hohe Ziele zu realisieren, besitze er, wie er im Interview verriet: "Wenn ich nicht gewinne, bin ich ungenießbar. Ich kann dann auch schon mal laut werden.“ 


Doch als Nörgler will er nicht wahrgenommen werden. "Wenn ich etwas vorzutragen habe, ist es auch etwas Wichtiges. Ich bin keiner, der etwas sagt, nur um etwas zu sagen", so der Mittelfeldspieler. 


FBL-NETHERLANDS-CONGRESS

Lob bekam Klaassen einst aus höchster Instanz. Die inzwischen verstorbene Fußball-Legende Johann Cruyff hatte in einem Interview mit Voetbal International 2014 gesagt: "Man muss ein starkes Positionsspiel haben, eine starke Ballkontrolle und die Technik, mit hoher Geschwindigkeit im Mittelfeld umgehen zu können,“ sagte Cruyff. 


"Xavi, Toni Kroos und Davy Klaassen können das. Jeder von ihnen hat die perfekte Antizipation und ist beidfüßig sehr stark. Wenn Klaassen auf dieser Position bei Ajax spielt, merkt man sofort, dass das Tempo steigt. Außerdem verliert er selten den Ball.“ Werder Bremen kann sich also glücklich schätzen, so einen Spieler bekommen zu haben. Trotz Klaassens Stotter-Jahr in Everton.


Im Interview mit der Bild wurde der Niederländer auch zu seinem Leben abseits des Rasens befragt. "Ich werde nächste Woche mit meiner Freundin in unser Appartement nach Schwachhausen ziehen. Außer dem Osterdeich habe ich von Bremen aber leider noch nicht viel gesehen", sagte er. 


Zudem sprach er über sein Engagement für eine Hilfsorganisation. „Ich tue gerne Gutes. Ich engagiere mich für die holländische Hilfsorganisation „A ball for every child“. Es geht darum, Kindern zu ermöglichen, Sport zu machen und dabei Spaß zu haben. Dazu waren wir im Sommer eine Woche auf Lesbos in einem Flüchtlings-Camp. Dort gab es eine Art Fußball-Akademie für Kinder und Erwachsene. Ich habe mit ihnen gekickt und sie trainiert. Es war zu dieser Zeit auch Ramadan. Wir haben nachts das Essen an die Bedürftigen verteilt."