Nach einer langen Posse mit dem FC Schalke 04 und dem noch längeren Warten auf einen neuen Arbeitgeber landete Max Meyer ​Anfang August bei Crystal Palace. In seiner neuen Umgebung scheint er sich bereits eingelebt zu haben, weshalb er sich auf die Premier League freut. Als einen Rückschritt betrachtet er seinen Wechsel jedoch nicht.


"Ich habe zum ersten Mal im Juli vom Interesse gehört. Ich habe also nur einige Wochen später unterschrieben", erzählte der 22-Jährige im Gespräch auf der vereinseigenen Website über die Entstehung des Transfers zu Crystal Palace, das im vergangenen Jahr auf Platz elf in der Premier League landete.


"Der Unterschied zwischen Palace und den anderen Klubs war, dass Dougie Freedman und Iain Moody nach Deutschland gekommen sind, um mich zu sehen. Danach bin ich nach London gegangen, um den Trainer zu treffen. Ich wusste bereits, dass es ein toller Klub und eine tolle Stadt ist, aber ich hatte das Gefühl, dass Palace einen großen Aufwand betrieben hat, um den Transfer über die Bühne zu bringen", führte er fort.

Hamburger SV v FC Schalke 04 - Bundesliga

    Beim FC Schalke erlebte Max Meyer in den letzten Monaten wenig erfreuliche Dinge - nun erfolgt der Neuanfang bei Crystal Palace



In England sei "alles neu und aufregend", doch mittlerweile gewöhne er sich an seine neue Umgebung. "Die ersten Wochen waren toll", resümiert Meyer, der sich vor allem auf den Fußball freut: "Ich kann es nicht abwarten, in der Premier League zu spielen. Nachdem ich das Spiel gegen Fulham verfolgt habe, habe ich bereits die Unterschiede zwischen der Bundesliga und der Premier League gesehen. Vor allem wie intensiv und schnell es hier ist."


"Wir haben viel Qualität" - Meyer stellt Palace auf eine Ebene mit Schalke


Die 'Eagles' besitzen mit Spielern wie Wilfried Zaha, Christian Benteke, Mamadou Sakho oder Luka Milivojevic durchaus einen guten Kader, weshalb Meyer den Wechsel - anders als Leon Goretzka - nicht als Rückschritt bezeichnet: "Ich denke wirklich, dass wir eine gute Saison spielen können. Wir haben viel Qualität in unserem Kader. Wenn man es mit Schalke vergleicht, ist die Mannschaft genau so gut, wenn nicht sogar stärker."

Crystal Palace v Liverpool FC - Premier League

  Das Aushängeschild der Mannschaft: Flügelspieler Wilfried Zaha



Goretzka verließ den FC Schalke ebenfalls im Sommer, wechselte allerdings zu Bayern München. Nach der Bekanntgabe des Meyer-Transfers äußerte sich der WM-Fahrer ein wenig irritiert darüber, dass es seinen langjährigen Mannschaftskollegen zu Crystal Palace zog: "Ich denke, dass sich Max Gedanken darüber gemacht hat, warum er sich für diesen Verein entschieden hat. Grundsätzlich und bei objektiver Betrachtung: Ich glaube, Crystal spielt jetzt nicht international mit. Vielleicht wollte er unbedingt in die Premier League", wurde Goretzka vom Sportbuzzer zitiert. 


Immerhin hätte Meyer auch in der Bundesliga bleiben können, ​konkret sei vor allem das Interesse der TSG Hoffenheim gewesen. Diese spielt in diesem Jahr in der Champions League, doch für Meyer kommt es offenbar auch mehr an: "Ich genieße es hier in London. Es ist eine der besten Städte Europas, wenn nicht die beste, und es unterscheidet sich sehr von Gelsenkirchen."

Während er eigenen Angaben nach immer fitter wird und dementsprechend in einigen Wochen länger auf dem Platz stehen wird als bei seinem Kurzeinsatz gegen Liverpool, blickte er noch einmal auf die Zeit in 'Königsblau' zurück: "Insgesamt war es eine tolle Erfahrung, bis ich meinen zweiten Vertrag nicht unterschrieben habe. Ich habe die Zeit dort geliebt, aber ich wollte wechseln. Es ist nicht so geworden, wie ich es mir gewünscht habe, aber die Vergangenheit ist die Vergangenheit." Von nun an zählt also nur noch die Zeit bei Crystal Palace - wo Meyer zunächst bis 2021 unter Vertrag steht.