​Der brasilianische Sechser Casemiro hat eine neue Rolle im Spielsystem des neuen Trainers von Real Madrid, Julen Lopegetui. Während Casemiro unter dem ehemaligen Erfolgstrainer Zinedine Zidane der gesetzte Anker zwischen Abwehr und Mittelfeld war und den Strategen Luka Modric und Toni Kroos den Rücken frei hielt, scheint der Brasilianer für Lopetegui nicht mehr ganz so unersetzbar.


Denn Lopetegui lässt ​Real Madrid zwar wie sein Vorgänger Zidane auch in einem offensiven 4-3-3 spielen, setzt aber auf ein deutlich ausgeprägteres Ballbesitzspiel und bevorzugt deshalb technisch versierte und spielstarke Mittelfeldspieler. Während der brasilianische Sechser Casemiro eher als Arbeiter und Zweikämpfer im Weißen Ballett glänzen kann, hält der ehemalige spanische Nationaltrainer Lopegetui sehr viel von dem 22-jährigen Dani Ceballos, den er noch aus den spanischen Jugendmannschaften kennt. Ceballos bekam etwa zum Liga-Auftakt gegen Getafe den Vorzug in der Startelf. Casemiro wurde nur eingewechselt.


Laut ​Mundo Deportivo möchte Lopetegui gegen schwächere Gegner eher auf ein Mittelfeld mit drei Technikern setzen. So spielte der Achter Toni Kroos gegen Getafe auf der Sechs und damit der eigentlichen Stammposition von Casemiro. Kroos schaffte dabei eine Passquote von 98 Prozent. Insgesamt fällt auf, dass Real unter dem Spanier auf ein deutlich ausgeprägteres und dominanteres Ballbesitzspiel setzt als unter Zidane, der in den letzten Jahren mit den Königlichen das Umschaltspiel perfektionierte und zuletzt dreimal in Folge die Champions League gewann.

Casemiro könnte also beim Champions-League-Sieger eine neue Rolle bekommen, in der er nicht mehr unantastbarer Stammspieler ist und sich mehr auf seine Arbeit im Passspiel konzentrieren muss. Dennoch ist der Brasilianer der einzige Mittelfeldspieler bei Real Madrid mit herausragender Defensiv-Qualität und Weltklasse auf der Sechser-Position, weshalb er vor allem gegen ebenbürtige Gegner nicht wegzudenken sein dürfte. 


Vor allem im Liga-Alltag gegen kleinere Gegner wäre es allerdings nicht allzu überraschend, wenn sich der junge Dani Ceballos gelegentlich in die erste Elf spielt. Außerdem muss Lopetegui eine Lösung finden, den Spanier Isco in die Stammelf zu integrieren. Denn Isco gilt als einer der Lieblingsschüler des neuen Trainers und dürfte in Zukunft gesetzt sein. So wäre unter anderem auch ein Dreier-Mittelfeld bestehend aus Kroos, WM-Held Luka Modric und Kreativspieler Isco denkbar.