Mit dem FC Liverpool gab Jürgen Klopp in diesem Transferfenster 182,20 Millionen Euro aus. Für die englischen Top-Vereine sind diese Summen dank der TV-Gelder ohne Probleme tragbar. Deutsche Vereine zeigen jedoch eine andere Mentalität im Transfermarkt, da solche Transfersummen selbst für einen Verein wie ​Bayern München nicht aufzubringen sind. Diese Differenzen erklärte Jürgen im Interview mit Sport1.


“Kost’ nix? Kann nix!”, so erklärt “Kloppo” die englische Mentalität im Transfermarkt: Die Engländer messen einen Spieler anhand seines Werts. Während in Deutschland ablösefreie Transfers gelobt werden, sehen die Fans der Premier-League-Vereine solche Spieler direkt als schlecht an.


Als Beispiel dafür nimmt der Reds-Trainer seinen Neuzugang Xherdan Shaqiri. Der 26-Jährige kam für eine Ablöse von 12-13 Millionen Euro aus Stoke zu Liverpool und viele fragten sich, was Klopp mit ihm will. Mittlerweile lieben ihn die Fans, jedoch musste er sich zuerst beweisen.


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Shaqiri schießt gegen Manchester United ein Fallrückzieher-Tor


Schaut man jedoch nach ablösefreien Wechseln, hat auch die Premier-League einige Top-Transfers zu bieten. So wechselte beispielsweise Sead Kolasinac ablösefrei zu Arsenal oder Max Meyer zu Crystal Palace.


Besonders in Deutschland beweist ein ablösefreier Transfer, dass die Summen eigentlich nichts mit individueller Klasse zu tun haben: Robert Lewandowski. Der Pole wechselte 2014 ablösefrei zu Bayern München und wurde ganze vier mal an der Säbener Straße zum Torschützenkönig.


Eintracht Frankfurt v Bayern Muenchen - DFL Supercup 2018

Lewandowski nach dem dritten Treffer für Bayern München im Superpokal


Jedoch sieht Klopp keine Zukunft für die deutsche Mentalität, wenn man die “absolute individuelle Qualität” haben möchte. Man müsse laut Klopp akzeptieren, dass die englische, spanische oder bald auch die italienische Liga nur diese Qualität bieten wird. Ansonsten müssen die Deutschen auch auf das “englische Modell” umsteigen.


Auch das so ominöse Festgeldkonto der Bayern mit 100 Millionen Euro spricht der Liverpool-Trainer an. Um den Wandel im heutigen Transfermarkt aufzuzeigen, erklärt er, dass man mit diesem Geld nicht mal einen halben Neymar bekommt.


Klopp sieht die Zukunft im Transfermarkt weiterhin bei hohen Transfersummen und besonders bei den englischen Vereinen die Bereitschaft, immer mehr und mehr auszugeben.