Insgesamt drei Jahre stand Sven Schipplock beim Hamburger SV unter Vertrag, doch für den Angreifer erwies sich dieser Schritt nicht wirklich als der richtige. In diesem Sommer erfolgte daher der Entschluss, Hamburg zu verlassen, weshalb er am Ende bei ​Arminia Bielefeld landete. Mit den Ostwestfalen trifft er am kommenden Wochenende auf seinen Ex-Verein und will im besten Fall ein Tor erzielen, wie er im Interview mit der ​Hamburger Morgenpost verriet. 


In Hamburg war es einfach wie verflucht, auch für Sven Schipplock. Der mittlerweile 29-Jährige stand für die Rothosen 32 Mal auf dem Platz, ein Tor gelang ihm jedoch nicht. Dies sorgte für Schmähgesänge wie 'Heute wird gesoffen, bis der Schipplock trifft' - allzu lustig fand er solche Einlagen der Fans jedoch nicht.


Zwar habe es Zeiten gegeben, in denen er darüber lachen konnte, doch: "Wenn du dann viele Monate nicht triffst und immer stärker an dir zweifelst, ist das alles gar nicht mehr so lustig. Es hilft dann auch nicht wirklich."

Hamburger SV v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga

  Blieb im Dress des HSV gänzlich ohne Tor: Sven Schipplock


In der Saison 2016/17 wurde er an den SV Darmstadt verliehen, dort traf Schipplock in 25 Pflichtspielen immerhin drei Mal. Doch an seine Zeit bei der TSG Hoffenheim (26 Tore und 19 Assists in 98 Spielen) konnte er bis dato nie anknüpfen. Immerhin: Für die Arminia traf er im Pokalspiel bei Lok Stendal doppelt, bereitete zudem einen weiteren Treffer vor. "Tore tun immer gut. Da ist es auch egal, ob du gegen einen Zweitligisten oder Fünftligisten triffst. Wenn der Ball über die Linie geht, ist das nach wie vor ein berauschendes Gefühl", offenbarte er.


Doch dass es in Hamburg nicht lief, nimmt er voll und ganz auf seine Kappe: "Klar, es gab Phasen, wo ich wenig oder gar nicht gespielt habe. Das darf man immer nicht vergessen, wenn man die großen Rechnungen in Tagen oder Monaten aufmacht. Aber unterm Strich hatte ich genügend Chancen, die ich aber nicht genutzt habe. Und dann haben die Torhüter manchmal gegen mich einen rausgeholt, den sie sonst nie halten. Da fragst du dich schon, wie das sein kann." 

FC Bayern Muenchen v Hamburger SV - Bundesliga

 Eine Erklärung für das Scheitern beim HSV gibt es nicht: "Da fragst du dich schon, wie das sein kann."


"Das drückt dann schon aufs Gemüt", so Schipplock, der sich in Hamburg eigentlich wohlgefühlt habe - doch aus sportlicher Sicht lief es eben nicht optimal. So auch nicht in der abgelaufenen Spielzeit, als er unter Bernd Hollerbach immer wieder zum Einsatz kam, bis er von Christian Titz aussortiert wurde. "Ich habe acht Wochen keine Chance gehabt. Gar keine. Das war hart. Aber Christian Titz bevorzugt als Trainer nun mal andere Spielertypen", so das nüchterne Resümee.


Schipplocks ehrliche Worte


"Teilweise hat ja Aaron Hunt ganz vorn gespielt. Da muss ich dann ehrlich zu mir sein. Als ich sah, dass ein so toller, technisch beschlagener, ausgewiefter Spieler wie Aaron im Sturm spielen soll, wusste ich, dass ich beim HSV nichts mehr zu suchen hatte. Ich bin einfach nicht der Typ Spieler, den Titz braucht", führte er fort - und überraschte dabei mit offenen und selbstkritischen Worten. 


In Bielefeld ist nun jedoch alles anders, auch aufgrund des Umfeldes. "Du hast hier viel mehr Ruhe, auch die Zeitungen sind harmloser. In Hamburg hast du schon das Gefühl, dass du immer ein wenig aufpassen musst, was du sagst, wie und wo du dich bewegst. Das ist hier anders. Ich bin natürlich weiterhin extrem ehrgeizig. Aber dieses ruhige Umfeld ist für einen Stürmer wie mich, der zuletzt immer mal wieder an sich gezweifelt hat, sehr positiv, um sportlich wieder auf die Beine zu kommen."

Die Mannschaft von Jeff Saibene erwischte mit einem Sieg und einem Remis in den ersten beiden Spielen einen guten Start, am kommenden Montag kommt es zum Aufeinandertreffen mit dem HSV. Im Volksparkstadion will dann auch wieder Sven Schipplock jubeln - allerdings für die Arminia: "Zwei Spielzeiten kein Tor für den HSV zu schießen und dann direkt gegen ihn zu treffen, das wäre schon lustig. Sagen wir es so: Es wäre eine Geschichte nach meinem Geschmack", sagte er mit einem Augenzwinkern.