In einem bemerkenswerten Interview hat Weltfußballer Cristiano Ronaldo ausführlich über seinen Wechsel zu Juventus Turin gesprochen. Der 33-Jährige gab dabei auch Privates preis und erklärte, warum er sicher ist, dass sein ältester Sohn in seine Fußstapfen treten wird.


Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo? Bei der Frage nach dem besten Fußballer des Planeten scheiden sich die Geister. Sicher ist nur eines: CR7 polarisiert die Fußball-Welt deutlich mehr als sein argentinischer Dauerrivale vom ​FC Barcelona. Erstmals seit 2009 spielen die beiden mehrfachen Weltfußballer nun nicht mehr in derselben Liga.


Ronaldo hat nach unglaublichen 450 Toren in nur 438 Pflichtspielen von ​Real Madrid Abschied genommen und sich etwas überraschend dem italienischen Rekordmeister ​Juventus Turin angeschlossen. Jenem Klub, bei dem ihm in der vergangenen Saison ein spektakulärer Treffer gelang. "Es war das schönste Tor meiner Karriere bisher", meint CR7 im Gespräch mit DAZN zu seinem herrlichen Fallrückzieher im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinales. 

Selbst von den Juve-Anhängern erntete der amtierende Weltfußballer stehende Ovationen. "Als die Fans applaudierten, hat mich das sehr überrascht. Denn so etwas ist mir noch nie passiert. Es war ein unglaublicher Augenblick", erinnert sich der 33-Jährige.

Viele glauben, dass der Zuspruch der Tifosi ein Hauptgrund für seinen Wechsel zu den Bianconeri war. Ronaldo selbst sieht das anders: "Ich habe nie damit gerechnet, einmal für Juventus zu spielen. Aber manche Dinge ergeben sich einfach. Und jeder weiß, dass Juve zu den besten Vereinen der Welt gehört. Es war eine leichte Entscheidung. Ich will auch in diesem Verein Geschichte schreiben."


In die stolze Juve-Historie würde CR7 mit dem Titel in der Königsklasse auf jeden Fall eingehen. Seit 1996 wartet die Alte Dame sehnsüchtig auf den Sieg in der Champions League. Der Henkelpott ist daher das logische Ziel von Juve und Ronaldo in dieser Saison - es wäre für den Portugiesen der vierte in Serie, mit dann drei unterschiedlichen Teams. 


So weit vorausblicken will CR7 aber nicht. "Schritt für Schritt" sollte man seine Ziele verfolgen, glaubt er. Die Titel in der ​Serie A und im nationalen Pokal stünden an ersten Stelle, versichert Ronaldo. Die Voraussetzungen sieht er bei Juventus gegeben: "Das Team ist toll und die Bedingungen sind unglaublich. Ich bin sehr glücklich."


Ronaldo liefert Einblicke in die Vergangenheit und schwärmt über seinen Sohn


Bevor Ronaldo zum fünffachen Weltfußballer und Weltstar wurde, hatte er einen langen Weg hinter sich und musste viel lernen. Sir Alex Ferguson hob er dabei besonders hervor. "Ich hatte diese portugiesische Mentalität. Es waren zu viele Übersteiger dabei, ich habe nicht die besten Entscheidungen getroffen. Er brachte mir alles bei, war wie ein Vater für mich", schwärmte er über die Trainer-Legende von ​Manchester United. 2003 wechselte Ronaldo von Sporting Lissabon zu den Red Devils, wo sein weltweiter Stern aufging. 

Manchester United v Chelsea - UEFA Champions League Final

Sir Alex Ferguson (m.) und Ronaldo (r.) feiern den Champions-League-Titel 2008



CR7 fing an, seinen Traum zu leben. Bereits mit elf Jahren verließ er seine Heimat Madeira und somit auch die Familie. Dem Fußball wurde alles untergeordnet - Ronaldo lernte, vor allem mental stark zu sein. Für ihn, das entscheidende Merkmal zum Erfolg: "Es gab einige Spieler um mich herum, die Talent hatten. Aber das Mentale ist das Allerwichtigste. Man muss sich aufopfern, um etwas zu erreichen. Ich erinnere mich, dass ich mit elf Jahren immer den Traum hatte, es im Leben zu etwas zu bringen. Mit meiner Hingabe und dem Verzicht habe ich es geschafft", blickt er zurück. 


Auf dem Weg nach oben war für ihn aber nicht Schluss. Gerade die Konstanz macht CR7 so besonders. Sie ist Ergebnis knallharter Arbeit, liegt für Ronaldo aber erneut auch in der mentalen Stärke begründet. Sie sei "der Unterschied. Ich glaube, die hatte ich von Anfang an."


Eine Qualität, die er auch in seinem ältesten Sprössling Cristiano Junior wiedererkennt. Dem Siebenjährigen traut er einen ähnlichen Karriereweg wie sich selbst zu. "Er ist sehr ehrgeizig, er will nicht verlieren. Er ist wie ich als Kind und wird wie ich werden. Davon bin ich hundertprozentig überzeugt“, so Ronaldo. 

"Er wird immer meine Unterstützung haben. Ich hätte gern, dass Cristiano Fußballer wird, weil er auch diese Leidenschaft hat. Er ist stark, schnell und hat eine gute Technik. Für mich wäre es natürlich ein Traum, wenn er Fußballer werden sollte. Ich werde ihm aber keinen Druck machen. Er soll frei entscheiden", erklärt der Portugiese.

Der Stolz steht Ronaldo bei seinen Worten ins Gesicht geschrieben. Nicht nur bei Cristiano Junior, sondern auch, wenn er über seine drei weiteren Kinder spricht. Die Zwillinge Mateo und Eva (von einer kalifornischen Leihmutter) und Töchterchen Alana Martina (kam im November 2017 zur Welt) vervollständigen gemeinsam mit Freundin Georgina die sechsköpfige CR7-Familie.