Alphonso Davies ist derzeit eines der größten Talente, die der nordamerikanische Markt zu bieten hat, weshalb sich einige europäische Klubs um ihn bemühten - den Zuschlag erhielt am Ende der FC Bayern MünchenDer Rekordmeister verpflichtete den Flügelspieler im Juli für etwa zehn Millionen Euro, wobei allen voran ​Sportdirektor Hasan Salihamidzic die treibende Kraft hinter dem Transfer war. Im Interview mit ​TSN verriet Bob Lenarduzzi, Präsident der Vancouver Whitecaps nun, wieso Bayern München die beste Wahl war, und wie genau der Wechsel ablaufen wird.  


Welchen Stellenwert Alphonso Davies bei den Vancouver Whitecaps genießt, ließ Lenarduzzi klar durchblicken: "Er ist ein Unterschiedsspieler, ​das hat man gegen Minnesota gesehen. Er macht Dinge, die die Leute von ihren Sitzen reißen", so der 63-Jährige über das kanadische Nachwuchstalent. Davies spielt seit Februar 2016 für die Kanadier, schaffte binnen fünf Monaten den Sprung von der Jugendabteilung zu den Profis und absolvierte bislang 73 Pflichtspiele, in denen er 21 Torbeteiligungen sammelte.


"Jemanden wie ihn in unserem Verein zu haben, ihn durch unsere Nachwuchsabteilung zu bringen ist große Werbung. Nicht nur in kanadischer oder amerikanischer, sondern auch in globaler Hinsicht. Viel mehr Leute kennen nun die Vancouver Whitecaps und wissen, dass er unseren Weg gegangen ist. Im Idealfall ist dies etwas, das wir nutzen können, um andere junge Spieler aus demselben Boot anzuziehen", hofft Lenarduzzi, der erklärte, wieso am Ende Bayern München den Zuschlag erhielt.

Real Salt Lake v Vancouver Whitecaps FC

  Wenn Bob Lenarduzzi (l.) beginnt, über Alphonso Davies zu reden, kommt der Präsident der Vancouver Whitecaps regelrecht ins Schwärmen


Demnach hätten die Verantwortlichen in den Gesprächen verdeutlicht, dass man nichts überstürzen wolle, weshalb der 17-Jährige nicht sofort nach Deutschland wechselte - was jedoch auch aufgrund der Regularien nicht im Bereich des Möglichen liegt. "Bayern war die beste Wahl, um Geschäfte zu machen. Sie verstehen, dass es für den Verein und für Alphonso wichtig ist, dass er die Saison hier beendet", so der Präsident, der anfügte: "Der Plan für ihn lautet, dass er eine Pause bekommt, wenn die Saison vorbei ist. Ab Januar gehört er voll und ganz ihnen."


Wovon Davies besonders profitiere, ist seine Einstellung. Demnach sei er ein bodenständiger Spieler, der trotz seiner Fähigkeiten niemals glaubt, dass er bereits auf einem hohen Niveau sei. Viel mehr wolle er sich immer weiter verbessern, weshalb Lenarduzzi davon überzeugt ist, dass ihm eine große Karriere bevorsteht: "Ich kann es kaum erwarten, ihn ab Januar bei Bayern München zu sehen. Ich hoffe, dass er einen schnellen Start hinlegen kann, denn ich denke, dass er dort das schaffen kann, was er hier geschafft hat."


Der Plan: Davies soll der ersten Mannschaft angehören


Zuversicht erhielt er auch in den Gesprächen mit den Münchnern, die bereits klare Vorstellungen darüber hatten, wie Davies in den Verein integriert werden soll: "Wir haben mit ihnen darüber gesprochen, was ihre Pläne waren. Das Gefühl war, dass sie ihn an einen anderen europäischen Verein verleihen wollen", so Lenarduzzi. Doch dieses Gefühl täuschte: "Sie haben gesagt: 'Nein, das ist nicht unsere Intention. Wir wollen ihn bei der ersten Mannschaft und wir bemühen uns darum, ihm Einsatzminuten zu geben.'" 

Ähnlich wollten die Münchner auch bei Jann-Fiete Arp vom Hamburger SV vorgehen, obwohl man das Sturmtalent zunächst für zwei Jahre wieder an den HSV abgeben wollte. Doch Arp entschied sich daher gegen einen Wechsel ​und verlängerte stattdessen an der Elbe bis 2020. Anders ging es jedoch bei Alphonso Davies aus, der sich genau aus dem Grund dem FC Bayern anschließen wird - und darauf hofft, schon bald in der Bundesliga brillieren zu können.