Werder Bremen hat einen souveränen 6:1-Sieg gegen Wormatia Worms gefeiert und ist in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Besonders Florian Kainz hat sich in den Vordergrund gespielt, Yuya Osako bewies erneut, dass er es mit dem Köpfchen kann und Johannes Eggestein erzielte einen Treffer in neuer Rolle.


Wie in jedem Team gibt es auch bei ​Werder Bremen Profis, die einen Stammplatz sicherer haben als andere. Max Kruse etwa oder Rekord-Einkauf Davy Klaassen. Florian Kainz gehört nicht zu den unumstrittenen Startelf-Kandidaten, doch mit seiner Leistung in Worms hat er seine Aktien rapide steigen lassen. Die meisten Angriffe liefen über die linke offensive Seite des Österreichers, häufig suchte er das Dribbling, oft kam dem 25-Jährigen eine zündende Idee. So wie in der 21. Minute, als er zunächst einen Schuss antäuschte und dann aus 17 Metern einen Schuss abfeuerte, der in die obere Ecke zum zwischenzeitlichen 2:0 einschlug. 


​Nach dem Spiel sagte ein zufriedener Kainz der Kreiszeitung: "Ich habe ja in der Vorbereitung gesagt, dass ich in solchen Situationen häufiger mal draufhalten will". Das 1:0 hatte er zuvor schon aufgelegt. Yuya Osako, der 1,82 Meter große Japaner, traf wie schon im Testspiel gegen Villarreal per Kopf. Auch bei der WM besorgte der ehemalige Kölner den 2:1-Endstand gegen Kolumbien nach einem Ball aus der Luft. Vielleicht wird der Kopfball noch die große Stärke von Osako, der bisher nicht für seine filigrane Stirn bekannt war. 


Als Neuzugang Osako vorgestellt wurde, lobte Bremens Trainer Florian Kohfeldt bereits dessen "Passqualität, Zwischenraumfähigkeit" und das "Tempo mit Torabschluss". Gegenüber dem kicker hob Kohfeldt Osakos Variabilität heraus. "Yuya kann außen spielen, auch wenn er sich im Zentrum einen Tick wohler fühlt", sagte Kohfeldt in dem Wissen, dass die Außenbahn noch häufiger in dieser Saison auf den Japaner warten dürfte, denn an einen fitten Kruse gibt es kein Vorbeikommen. 

Werder Bremen v Villareal - Pre Season Friendly Match

Osako weiß nach seinem Wechsel zu überzeugen



Mit Kainz, Osako, Milot Rashica, Martin Harnik und Johannes Eggestein duellieren sich einige Akteure um die einzigen zwei Flügelpositionen. Rashica kam gegen Worms nicht zum Einsatz, auch Harnik fehlte verletzt. Osako und Kainz nutzten die Gunst der Stunde und hinterließen einen positiven Eindruck im Hinblick auf den Bundesliga-Auftakt gegen Hannover 96. Vor allem Kainz dürfte einen Startplatz nahezu sicher haben.


Auch Johannes Eggestein, eigentlich ein Mittelstürmer, machte auf sich aufmerksam. Einen Konter vollendete der 20-Jährige zum 6:1-Endstand. Mit seiner neuen Rolle fremdelte er nicht. Seit der neuen Saison läuft der Bruder von Maximilian nicht mehr als Mittelstürmer auf, gegen Worms agierte er auf der Acht, auch auf den Flügeln wäre er eine Alternative. Gegenüber der Kreiszeitung erklärte Eggestein: "Florian Kohfeldt hat ja auch schon öffentlich erklärt, dass ich ein bisschen umgeschult wurde - für die Außenbahn und Achterposition." Und weiter: "Zuletzt kam die Achterposition noch dazu und ich mag es, wenn ich in den Raum hinter die Angreifer gehen kann. Das ist so ein bisschen mein Spiel: Die Lücken und Räume zu suchen. Insofern kommt mir die Umschulung entgegen." 


Seine Abschlussstärke könnte auch auf der Acht zu einer Waffe werden und womöglich kann er dort auf mehr Einsätze hoffen, weil Max Kruse im Angriffszentrum gesetzt ist. Eggestein muss sich zumindest als Einwechselspieler festbeißen, da sein Vertrag im Sommer 2019 ausläuft. Er muss an der Leistung gegen Worms anknüpfen, sonst könnte es für einen neuen Kontrakt vielleicht nicht reichen.


Auch Ole Käuper spielte sich zuletzt in den Fokus und bot sich als Alternative fürs defensive Mittelfeld an, doch eine Verletzung nach einer Einwechslung gegen Worms durchkreuzt vorerst seine Ambitionen. Wegen einer ​Kapselverletzung und einer Teilruptur des Außenbandes im rechten Sprunggelenk wird der 21-Jährige die ersten beiden Bundesligaspiele aussetzen müssen. 


Da Thanos Petsos Bremen noch verlassen soll, wäre Käuper aktuell der einzige nominelle Ersatz für Phillip Bargfrede. Käuper ist etwas feinfüßiger als Bargfrede, souverän am Ball, ihm fehlt aber noch die Zweikampfhärte. Trotz des Rückschlags deutet viel darauf hin, dass Käuper der erste Ersatz für den Routinier Bargfrede werden kann.