​Borussia Dortmund ist in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Greuther Fürth noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen und setzte sich nach Verlängerung mit 2:1 durch. Nachdem die Schwarz-Gelben gegen den Zweitligisten zunächst in Rückstand geraten, kamen sie durch Neuzugang Axel Witsel in der Nachspielzeit zum Ausgleich. Auch in der Verlängerung dauerte es buchstäblich bis zur letzten Sekunde, ehe Kapitän Marco Reus seine Farben mit dem Siegtor erlöste. Auch wenn für BVB-Coach Lucien Favre sicher vieles noch nicht zufriedenstellend war, so gab es doch auch Lichtblicke im Dortmunder Spiel.


Während ​Borussia Dortmund vor allem auf den defensiven Außenpositionen in Person von Ex-Kapitän Marcel Schmelzer und Lukasz Piszczek immer wieder Lücken offenbarte, konnte man sich doch im Tor auf Stammkeeper Roman Bürki verlassen. Der Schweizer Nationalspieler ist seit mehreren Wochen in Topform und scheint unter seinem Landsmann Favre als Coach nun mit noch mehr Selbstvertrauen in die neue Saison zu gehen. Zwar hat man ihm mit Marwin Hitz nicht nur einen Kollegen aus der "Nati" in den Nacken gesetzt, sondern durchaus auch einen ernsthaften Konkurrenten um den Platz als Nummer eins - doch dieser ​Konkurrenzkampf scheint Bürki nur noch mehr zu motivieren und zu Höchstleistungen anzuspornen, er scheint den Kampf um den Stammplatz für sich entschieden zu haben


Auch die jungen Innenverteidiger Akanji und Diallo boten insgesamt keine schlechten Leistungen, kurbelten das eigene Offensivspiel immer wieder mit klugen Pässen oder eigenen Läufe nach vorne an. Natürlich war in ihrem Spiel auch der eine oder andere Fehler in der Defensive, doch das kann aufgrund der noch fehlenden Abstimmung in den kommenden Wochen nur besser werden.

Greuther Fuerth v Borussia Dortmund - DFB Cup

Rettete den BVB bei seinem Pflichtspieldebüt mit seinem Last-Minute-Treffer in die Verlängerung: Neuzugang Axel Witsel 


Der Zeitpunkt der Dortmunder Tore ist ein weiterer, durchaus als positiv zu vermerkender Aspekt. Nachdem man in der 2. Halbzeit etwas weniger als eine Viertelstunde vor Schluss zunächst in Rückstand geraten war, bewies der BVB Moral und kam spät, aber dennoch verdient durch Neuzugang Axel Witsel zum Ausgleich. Der Belgier scheint allem Anschein nach keine große Anlaufzeit zu brauchen und dürfte nach seinem Trainingsrückstand gleich ein sicherer Kandidat für die Startelf sein. Auch Kapitän Marco Reus bewies mit seinem Siegtor in der Nachspielzeit der Verlängerung, dass man bei den Schwarz-Gelben in jeder Sekunde der Partie an den Sieg glaubte. 

Auf den offensiven Flügeln entwickelt sich für Favre derweil eine echte Qual-der-Wahl-Situation. Etwas überraschend erhielt Neuzugang Marius Wolf den Vorzug vor Maximilian Philipp. Der Ex-Frankfurter war ein Aktivposten im Spiel und setzte immer wieder mit Tempoläufen in die Spitze für Torgefahr. 


Auf der gegenüberliegenden Seite streiten sich wohl die beiden Youngster Christian Pulisic und Jadon Sancho um einen Stammplatz. Während Pulisic bis zu seiner Auswechslung einer der auffälligsten und besten Dortmunder war, immer wieder mit seinen Dribblings für Gefahr sorgte und mit einem Schuss am Pfosten scheiterte, lieferte Sancho nach seiner Einwechslung in Folge einer gelungenen Einzelaktion auf dem rechten Flügel die entscheidende Torvorlage zum Siegtor. Wer von beiden in den kommenden Wochen die Nase vorn hat, wird sich zeigen. Eins ist sicher: Talent ist in jedem Fall en masse vorhanden. 

​​Insgesamt war es für den BVB ein gutes Spiel zur eigenen Standortbestimmung. Favre wird erkannt haben, dass es noch viel zu tun gibt, bis er seine Spielidee wirklich komplett in den Köpfen seiner Spieler verankert hat. Dennoch war es mit dem Sieg und dem Einzug in die nächste Runde unter dem Strich ein gelungener Abend und ein Ansporn, vor dem Bundesligaauftakt am Sonntag gegen RB Leipzig weiter hart an sich zu arbeiten.