​Nach der Supercup-Klatsche gegen den FC Bayern und dem Erstrunden-Ausscheiden im DFB-Pokal gegen den Regionalligisten SSV Ulm herrscht bereits vor dem ersten Bundesligaspiel der Saison große Unruhe im Umfeld von Eintracht Frankfurt. Die Verantwortlichen der Eintracht mahnten nach der Pokal-Blamage nun zu Besonnenheit und berufen sich auf die vorhandene Qualität der Frankfurter Mannschaft. 


"Keine Panik. Die Fans sollen sich keine Sorgen machen", betonte etwa Sportdirektor Bruno Hübner am Sonntag einen Tag nach der 1:2 Niederlage in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Regionalligisten SSV Ulm 1846. "Wir haben eine gute Mannschaft, wenn alle fit sind", mahnte Hübner laut der ​Hessenschau vor vorschnellen Urteilen: "Die Mannschaft, die hier ist, ist qualitativ gut. Immer vorausgesetzt, dass sie ganz oben an ihr Entwicklungspotenzial anknüpft. Das ist vielleicht ein längerer Prozess, wie wir uns das alle gewünscht haben. Aber wenn alle gesund an Bord sind, hat die Mannschaft die Qualitäten, in der Bundesliga zu bestehen." Von einem Fehlstart will Hübner deshalb trotz des Pokal-Ausscheidens noch nicht sprechen. Dennoch mehren sich auch im Umfeld der Eintracht die Zweifel an der Zusammenstellung des Kaders.


Denn nach den Abgängen von Omar Mascarell, Kevin-Prince Boateng, Lukas Hradecky und Marius Wolf ist ein qualitativer Aderlass beim Pokalsieger deutlich sichtbar. Dennoch vertraut der SGE-Sportdirektor in die Qualität der Mannschaft: "Wir spüren einfach noch die Auswirkungen unserer überaus erfolgreichen letzten Saison. Unsere Nationalspieler können noch nicht in Form sein. Außerdem ist Ante Rebic noch verletzt. Wir glauben, dass der Kader die Qualität für die Bundesliga hat."


Trotzdem könnte die ​Eintracht kurzfristig noch auf dem Transfermarkt aktiv werden. Denn Timothy Chandler wird nach seiner Knie-Operation rund ein halbes Jahr ausfallen, sodass als Rechtsverteidiger aktuell nur Danny da Costa zur Verfügung steht. Hübner will den Markt sondieren: "Wir denken darüber nach, wie wir das kompensieren können. Entweder innerhalb des Kaders oder vielleicht noch durch einen Transfer", erklärte der Sportdirektor zu diesem Thema. "Wir haben natürlich schon etwas ausgegeben. Wir haben ja auch Planungen. Und im Moment müssen wir überlegen, ob wir über diese Planungen hinausgehen. Alles eine finanzielle Frage. Wir beobachten weiter den Markt."

Neu-Trainer Adi Hütter hat derweil nach der Pokal-Blamage bereits weitere Transfers gefordert: "Ich bin hergekommen, um eine neue Mannschaft aufzubauen. Das geht nicht von heute auf morgen. Wir müssen jetzt in die Spur finden. Ich bin überzeugt, dass sich in den nächsten Tagen bis zum Schließen des Transferfensters noch etwas tun wird."