​Manuel Neuer ist ohne Zweifel ein Torhüter von Weltklasse-Format, doch ist nicht mehr unumstritten, was den Posten des weltbesten Torhüter angeht. Einer der Kandidaten ist ​Atlético Madrids Jan Oblak, der seine sehr guten Leistungen konstant abruft. Die spanische Zeitung AS führte nun ein interessantes Interview mit Branko Oblak, dem Mann, der den Torhüter trainierte, als er erst 16 Jahre alt war.


Branko Oblak, ehemaliger Trainer der slowenischen Fußballnationalmannschaft und deutscher Meister mit dem  FC Bayern München während seiner Spielkarriere, setzte sich mit AS zusammen, um seine Rolle bei der Entstehung von Atlético-Torwart Jan Oblak zu diskutieren, während er Olimpija Ljubljana trainierte.


Auf die Frage, warum er den damals 16-Jährigen denn von Beginn an spielen ließ, hatte Oblak eine simple Antwort: "Nun, ich muss ehrlich sagen, es war ein Zufall. Ich wollte meinen Stammtorhüter bestrafen, weil er im vorherigen Spiel eine schreckliche Leistung zeigte und so sagte ich zu ihm: 'Es ist besser, wenn wir einen 16-Jährigen spielen lassen'. Das haben wir getan. Ich war kein Visionär, muss ich zugeben. Ich wusste, dass der Junge Talent hat, aber ich wusste nicht, dass Jan so gut sein würde."

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Jan Oblak stellt seine Weltklasse regelmäßig unter Beweis


Der heutige Keeper von Altético Madrid zeigte bereits damals Charakterzüge eines wahren Profis: "Da ist mir schon etwas aufgefallen. Er war ein sehr entspanntes Kind, sehr ernst und reif. Ich bin kein Verrückter, ohne diese Attribute hätte ich einem 16-Jährigen nicht sein Debüt geben lassen, nicht einmal durch Zufall. Nach seinem dritten Spiel gegen Maribor sah ich, dass er der beste Spieler auf dem Feld war und ich bemerkte auch, wie cool er zwischen den Pfosten war."


Der Trainer bemerkte also, dass der junge Keeper talentiert war, dass er allerdings so gut werden würde, hat sein Trainer nicht erwartet: "Nein, nicht einmal in meinen Träumen. Ich muss ehrlich sein. Es wäre jetzt leicht zu sagen, dass ich ein Visionär war, aber es war nicht so. Jan war sehr gut, aber ich bin kein Torhüter-Experte und ich wusste nicht, dass er so gut werden würde. Nachdem er ein paar Spiele gespielt hatte sprach ich mit einigen Leuten, die Experten auf diesem Feld sind und sie sagten mir, dass er ein Spitzen-Keeper werden würde. Offensichtlich hatten sie Recht."

Zu guter Letzt zeigte sich der mittlerweile 71-Jährige stolz, dass Jan Oblak es als slowenischer Fußballer so weit gebracht hat und betonte, wie wichtig der Torwart für den slowenischen Fußball sei: "Er ist absolut fundamental. Wenn ich das Sagen hätte, wäre er mein Kapitän und ich würde jede Entscheidung gemeinsam mit ihm treffen. So wichtig ist er. Für den slowenischen Fußball ist er das Aushängeschild. Ich denke, wenn jemand aus dem Ausland über den slowenischen Fußball spricht, beginnt und endet das Gespräch mit nur einem Namen: Jan Oblak."