Die Eintracht aus Frankfurt plagt der Pokalkater. Der Bundesligist zog im Duell mit dem Regionalligisten SSV Ulm gleich in der ersten Runde den Kürzeren und musste nach einem enttäuschenden 2:1 die Segel streichen. Nach der bereits zweiten Klatsche bittet Trainer Ade Hütter um Zeit.


Vor wenigen Monaten war die Welt in Frankfurt noch in Ordnung. Die SGE war Pokalsieger, hatte den FC Bayern München geschlagen und schien wunderbar aufgestellt für die kommende Saison. Dann allerdings folgte die Ausweidung im Sommer, Trainer Niko Kovac folgten Torwart Lukas Hradecky, Mittelfeld-Dirigent Omar Mascarell und Leader Kevin-Prince Boateng. 


Mit neuen Gesichtern startete die Eintracht daher in die neue Saison, erwischte aber einen kalten Fehlstart. Dem demütigenden 5:0 im Supercup gegen die Bayern folgte das peinliche Pokal-Aus gegen Ulm. Zwei Pleiten, die man in der Bankenmetropole ganz schnell zu den Akten legen möchte. "Wir werden über das Aus diskutieren. Aber dann schauen wir direkt nach vorne Richtung Bundesliga", kündigte Adi Hütter der hessenschau an.


Der neue Cheftrainer der Eintracht bat nach der Pokalschmach gegen Ulm um mehr Zeit. "Ich bin hergekommen, um eine neue Mannschaft aufzubauen. Das geht nicht von heute auf morgen. Wir müssen jetzt in die Spur finden", erklärte der aus Bern gekommene Übungsleiter. Aber auch: "Dass ich mir das anders vorgestellt habe, ist klar." Insgesamt sprach Hütter nach der Niederlage gegen Ulm von einer "großen Enttäuschung."

SSV Ulm 1846 Fussball v Eintracht Frankfurt - DFB Cup

Fand nach dem Frankfurter Pokalaus deutliche Worte: Danny da Costa


Dass die Welt nicht untergegangen ist, ist die Botschaft, um die sich Eintracht Frankfurt bemüht. Ein „Keine Panik“ ließ sich auch Sportdirektor Bruno Hübner entlocken, der weitere Transferaktivitäten ankündigte: „Alles eine finanzielle Frage. Beobachten weiter den Markt.“ Vorerst gilt aber die Devise: Ruhe bewahren und nicht den Kopf verlieren, sondern zunächst den Bundesligastart am kommenden Wochenende gegen den SC Freiburg abwarten.


Während die Vereinsführung allerdings Gelassenheit präsentieren will, überwiegt bei den Eintracht-Spielern die Enttäuschung: "Es ist sehr hart, was uns heute passiert ist", sagte Danny da Costa. Damit hat niemand gerechnet", sagte er nach der Niederlage. "Wir wollten von Anfang an zeigen, dass wir hier eine Runde weiterkommen wollen. Wir wollten keinen Zweifel daran aufkommen lassen, aber wir hatten am Anfang schon unsere Probleme."


Bei der Eintracht aus Frankfurt läuft - das lässt sich konstatieren - noch lange nicht alles so, wie es geplant ist und war. Und klar ist auch: Am Wochenende muss in der Bundesliga ein Sieg her. Adi Hütter und Co. stehen unter Zugzwang, wenn sie weiterhin Rückendeckung von den Fans genießen möchten. Denn den Frankfurt-Anhängern sprach Danny da Costa definitiv aus der Seele: "Das tut gerade einfach weh."