​​Bayern München muss sich weiterhin mit einem Abgang von Abwehr-Chef Jerome Boateng beschäftigen. Demnach soll der 73-malige deutsche Nationalspieler nach wie vor an einem Wechsel zu Paris Saint-Germain interessiert sein. Laut Bayern-Boss Uli Hoeneß liegt die Wechselwahrscheinlichkeit des Innenverteidigers bei fünfzig Prozent.


Wie Uli Hoeneß am Sonntag in der Sendung "Wontorra - der Fußball-Talk" auf Sky erklärte, soll Boateng dem Vorstandsvorsitzenden der Bayern, Karl-Heinz Rummenigge seinen Wunsch nach Veränderung mitgeteilt haben. Diesem Wunsch würde man Hoeneß zufolge entgegenkommen, bei entsprechendem Angebot: "Jerome Boateng hat Karl-Heinz Rummenigge mitgeteilt, dass er sich verändern möchte. Es gilt das Gleiche wie bei Rudy: Wenn Paris entsprechend bezahlt, darf er gehen. Wir freuen uns aber auch, wenn er bleibt."

Gleichzeitig konnte Hoeneß sich einen Seitenhieb in Richtung Paris Saint-Germain und die Financial Fairplay-Regeln nicht verkneifen: "Die in Katar müssen den Gashahn nur einen halben Millimeter nach rechts drehen, dann kommen 100 Mio raus. [...] Financial Fairplay können Sie in die Tonne kloppen, das ist doch sowieso überhaupt nichts wert. Es kann so leicht legal umgangen werden."


Ein möglicher Transfer des 29 Jahre alten Innenverteidigers würde die Pariser einiges kosten. Als Ablösesumme sind rund 50 Millionen Euro plus etwaige Bonuszahlungen im Gespräch. Darüberhinaus sind die Bayern laut Präsident Hoeneß auch nur bereit einem Wechsel zuzustimmen, wenn der Spieler auch fest verpflichtet wird: "Eine Leihe bei Boateng kommt nur mit einer definitiven Kaufpflicht in Frage."


Paris reagiert


In Paris reagierte man indes überrascht auf die Aussagen von Uli Honenß. Laut Informationen von Sky steht ein möglicher Wechsel in dieser Transferperiode nicht zur Debatte. Woher der Präsident des deutschen Rekordmeisters diese Informationen hat, bleibt wohl sein Geheimnis. 

Damit wird der Verbleib von Boateng bei den Bayern immer wahrscheinlicher. Er verhandelte mit zwar mit dem Tuchel-Klub, aber nach dem Kehrer-Transfer ist das Interesse abgekühlt.

Auf die Frage, ob die Münchener Verantwortlichen in dieser Transferperiode noch einen weiteren Spieler an die Säbener Straße holen werden, antwortete Hoeneß mit nein, deutete jedoch an, dass im nächsten Jahr einiges bei den Bayern passieren könnte: "Nur Geld auszugeben, damit das Sommerloch der Medien ausgefüllt ist ist sinn- und zwecklos. [...] Wir sammeln ein bisschen Geld ein, damit wir im nächsten Jahr zuschlagen können", erklärte Hoeneß und deutete an in Zukunft wieder mehr Geld investieren zu wollen.