Auch im zweiten Spiel unter Maurizio Sarri war der ​FC Chelsea siegreich: In einer wilden Partie gingen die 'Blues' im London-Derby gegen den FC Arsenal mit 3:2 als Sieger vom Platz und überzeugten dabei über weite Strecken. Der Italiener war daher größtenteils mit der Leistung seiner Spieler zufrieden, bevorzugte in einer gewissen Phase jedoch wie üblich die Zigarette.


Rein vom Ergebnis her klingt es nach einem spektakulären Spiel, doch bis auf wenige Minuten hatten die 'Gunners' an der Stamford Bridge weniger vom Spiel. Die Mannschaft von Unai Emery ließ einige Chancen liegen, ließ sich zu leicht durch hohe Bälle überwinden und kassierte nach dem 0:2 gegen Manchester City die zweite Pleite im zweiten Spiel.


Auf der Gegenseite jubelte Chelsea erneut - und wusste zu überzeugen. Vor allem das zentrale Mittelfeld um Jorginho, Ross Barkley und N'Golo Kanté setzte die Offensive immer wieder in Szene, die vor dem Tor deutlich effektiver blieb als ihre Kontrahenten um Pierre-Emerick Aubameyang, der im ersten Durchgang gleich zweimal aus lukrativer Position vergab.


Bereits nach neun Minuten fiel der erste Treffer für die Gastgeber, nachdem sich Willian auf der linken Außenbahn zurückfallen ließ und Jorginho bediente, der den durchgestarteten Marcos Alonso steil schickte. Der Spanier behielt die Übersicht, spielte den Querpass auf Pedro und initiierte so die 1:0-Führung. Gut zehn Minuten später war es ein langer Schlag von Cesar Azpilicueta, der Alvaro Morata erreichte. Der Mittelstürmer hatte lediglich Skhodran Mustafi vor seiner Brust, tänzelte den 26-Jährigen aus und schob zum 2:0 ein. 

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  Über 90 Minuten gesehen war Maurizio Sarri nicht mit allem einverstanden


"Wir haben 75 Minuten sehr gut gespielt", lautete Sarris Fazit nach der Partie auf der vereinseigenen Website, doch im letzten Drittel vor der Pause erlebte der Italiener ein völlig anderes Bild seiner Mannschaft: "Von Minute 30 bis 45 war es furchtbar. Wir waren nicht mehr eng am Mann, wir haben es nicht geschafft, den Ball sofort zurückzuerobern, und wir haben es nicht geschafft, in der gegnerischen Hälfte als Team zu pressen. Es waren nur ein oder zwei Spieler, die anderen waren zu weit weg."


"Wir müssen pressen, pressen, pressen"


In dieser Phase fiel der Anschlusstreffer durch Hendrikh Mkhitaryan in der 37. Minute, nur vier Minuten später bediente der Armenier den eingelaufenen Alex Iwobi - plötzlich stand es 2:2. "Wir müssen uns in der defensiven Phase verbessern. Da sprechen wir nicht nur über die Verteidiger. Wenn wir verteidigen wollen, indem wir nur auf den Ball achten, müssen wir sehr kompakt bleiben und in der anderen Hälfte pressen. In diesen 15 Minuten haben wir das nicht geschafft und sind daher in Schwierigkeiten geraten", so Sarris deutliche Worte.


Man müsse "weitermachen, pressen, pressen und in der gegnerischen Hälfte pressen" - andernfalls drohen Probleme. Daher will er an diesem Punkt ansetzen: "Ich hoffe, dass wir in zwei Monaten über 90 Minuten so spielen können, wie in den ersten 25."

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 Zum dritten: Marcos Alonso (l.) besorgt kurz vor Schluss die Entscheidung


In der zweiten Halbzeit wirkte die Mannschaft stabiler, Chancen gab es allerdings auf beiden Seiten. Zudem saß auf der Bank noch ein Spieler für die ganz besonderen Momente: Eden Hazard. Der Belgier wurde bereits ​vor einer Woche in Huddersfield erst spät eingewechselt, drehte jedoch auf und bereitete einen Treffer vor. Auch am gestrigen Abend fand er nach seiner Hereinnahme in der 61. Minute schnell in die Partie, und konnte am Ende erneut einen Assist verbuchen: Zunächst startete er auf der linken Außenbahn durch, ehe er nahe der Grundlinie für Marcos Alonso durchsteckte. Der Linksverteidiger vollstreckte eiskalt, Chelsea ging erneut in Führung - und brachte den Sieg über die Ziellinie.


Hazard bald bei 100 Prozent


"Er ist ein toller Spieler", adelte der Trainer den Belgier. "Momentan ist Eden noch nicht bereit, über 90 Minuten zu spielen. Ich dachte gestern, es wäre besser für ihn, 25 oder 30 Minuten zu spielen, wenn die Intensität etwas geringer wird. In einer, maximal zwei Wochen, wird er hoffentlich über 90 Minuten spielen können."

Chelsea v Arsenal - Premier League

     Wird derzeit in der Startformation schmerzlich vermisst: Eden Hazard


​Denn auch der 59-Jährige weiß: Hazard ist unverzichtbar. Seine individuelle Klasse kann für die nötigen Entscheidungen sorgen, zudem kurbelt er das Angriffsspiel noch einmal um einiges an. Mit seiner Rückkehr soll dann auch so eine Phase wie im ersten Durchgang nicht mehr passieren. "Ich hab das Spiel 75 Minuten lang genossen, aber in den anderen 15 Minuten war es besser, zu rauchen. Ich denke, es war ein tolles Spiel", lautete sein endgültiges Fazit.

Die ersten Spuren hat der Sizilianer bereits hinterlassen, Vorgänger Antonio Conte und seine eher defensiv orientierte Spielweise sind Geschichte. Der FC Chelsea soll Spaß machen, was derzeit auch der Fall ist - auf diese Weise sorgen sie nicht nur für Aufsehen, sondern können unter Umständen wieder an der Spitze angreifen.