Beim Pokalspiel gegen Wormatia Worms wollte der SV Werder Bremen nichts dem Zufall überlassen, das kündigte Trainer Florian Kohfeldt einige Tage zuvor ​auf der Pressekonferenz an. Der 35-Jährige war dementsprechend mit dem Auftritt seiner Mannschaft nach dem 6:1-Sieg zufrieden, wollte die Partie jedoch nicht überbewerten. Dennoch machte sich bemerkbar: In der Vorbereitung hat sich so einiges getan.


27 Abschlüsse, sechs Tore -  gegen den Regionalligisten aus Worms zeigte Werder, das in den vergangenen Jahren immer wieder in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals patzte, klar, wer der Favorit war. Über 90 Minuten boten die Grün-Weißen gerade in der Offensive eine starke Leistung, mit der alle Beteiligten zufrieden waren.


"Es war ein sehr souveräner und seriöser Auftritt von uns. Wir hatten ein gutes Tempo im Spiel und waren über 90 Minuten sehr aufmerksam", wurde Florian Kohfeldt im Nachhinein auf der vereinseigenen Website zitiert. Zuvor forderte der Trainer Konzentration und der nötigen Spannung, seine Mannschaft solle in den Wettbewerbs-Modus kommen, der vor allem in der Bundesliga von Nöten ist. Jene Spannung, wie er feststellte, "war von Anfang an da. Ein großes Kompliment dabei auch an die älteren Spieler, die unter der Woche immer wieder darauf aufmerksam gemacht haben, dass das hier gegen Worms schon etwas anderes ist. Mir hat heute vor allem unsere Staffelung, die Zuordnung und das Gegenpressing gefallen. Wir haben uns immer wieder Chancen kreiert und waren sehr fokussiert."

​Doch zugleich mahnte er davor, letzten Endes mehr daraus zu machen, als es war: "Wir haben, bei allem Respekt, gegen einen Viertligisten gespielt. Wir müssen die Partie daher richtig einordnen. Das Spiel heute, und das sage ich mit großem Respekt vor Worms, ist kein Gradmesser für die Saison." Im Hinblick auf das Auftaktspiel in der Bundesliga gegen Hannover 96 sagte er: "Jetzt geht die Saison so richtig los."


Kruse und Klaassen funktionieren


Im Blickpunkt waren vor allem zwei Spieler: Max Kruse und Davy Klaassen. Kruse ist im Angriffsspiel der Werderaner unverzichtbar, Klaassen der teuerste Neuzugang, an den hohe Erwartungen geknüpft sind. Dass beide gemeinsam auf dem Platz harmonieren können, deuteten sie in Worms immer wieder an. Taktgeber Kruse setzt seine Mitspieler in Szene, kreiert Chancen und dirigiert seine Mannschaftskollegen. Neuzugang Klaassen ist bereits jetzt gut in das System integriert, sucht immer wieder den Weg nach vorne sowie den Abschluss.

Wormatia Worms v Werder Bremen - DFB Cup

  Auch gestern stellte Max Kruse seine Führungsqualitäten wieder unter Beweis


"Für das erste Saisonspiel war das in Ordnung. Von der ersten Minute an haben wir Dominanz ausgestrahlt und gezeigt, dass wir unbedingt weiterkommen wollen und keine Pokalsensation zulassen werden", resümierte Mannschaftskapitän Kruse. Der 30-Jährige schlug jedoch in dieselbe Kerbe wie der Trainer: "Das heute war ein anderer Wettbewerb, natürlich wollen wir im DFB-Pokal weit kommen, aber wir sollten das Spiel gegen Worms nicht überbewerten. Auf den Bundesliga-Start nächstes Wochenende kommt es an."


Kainz will es allen beweisen


Klaassen war ebenfalls mehr als zufrieden: " Es war sehr wichtig für uns, dass wir früh in Führung gegangen sind und im Anschluss auch noch schnell weitere Tore gemacht haben. Dadurch sind wir gut ins Spiel gekommen und es war einfacher für uns. Das war sehr ordentlich." Doch neben den beiden drängte sich auch Florian Kainz in den Vordergrund. Der Österreicher erhielt den Vorzug auf der linken Außenbahn, absolvierte eine gute Partie und krönte seine Leistung mit seinem sehenswerten Treffer zum 2:0 in der 21. Minute.


"Ich freue mich sehr über meinen Treffer. Ich habe einen Haken gemacht und dann mit Links abgezogen. Dass der Ball dann so reingeht, hab ich nicht erwartet, aber es ist dann perfekt gelaufen", so der 25-Jährige, der sich in dieser Saison noch einmal steigern und die Marke von vier Toren und vier Vorlagen übertreffen will. Doch nicht zuletzt aufgrund der Neuverpflichtungen ist der Konkurrenzkampf an der Weser hoch, jedoch lobte Kainz: "Auch die Neuen haben sich super eingefügt."

Zwar will niemand das gestrige Spiel als Indikator werten, doch eines lässt sich herauslesen: Die Offensive der Bremer funktioniert und versprüht Torgefahr. In der abgelaufenen Saison erzielte die Mannschaft nur 37 Treffer, lediglich der VfB Stuttgart, der VfL Wolfsburg (beide 36), der 1. FC Köln (35), der SC Freiburg (32) und der Hamburger SV (29) trafen seltener. In diesem Jahr könnte es sich jedoch ändern, allen voran aufgrund der Transferpolitik und der akribischen Arbeit in der Vorbereitung. Klar ist: Auf dem Papier kann dieses Werder Bremen jedem Gegner gefährlich werden.