Im Leimbachstadion von Siegen erlebten die knapp 13.600 Zuschauer eine verrückte Partie zwischen TuS Erndtebrückund dem Hamburger SV. Der Bundesliga-Absteiger war früh auf Kurs, knickte dann jedoch ein - konnte sich am Ende allerdings mit 5:3 durchsetzen. So richtig zufrieden wollte am Ende niemand mit dem zweiten Pflichtspielsieg dieser Saison sein, doch das Weiterkommen war letztlich die Hauptsache.


Es waren gerade einmal zehn Minuten gespielt, da führte der HSV bereits mit 2:0. Nach sieben Minuten traf Kapitän Lewis Holtby souverän per Strafstoß, ehe Jann-Fiete Arp nach einer Kombination mit Khaled Narey unmittelbar danach erhöhte. Doch in der 42. Minute erfolgte der Anschlusstreffer zum 1:2 durch Tatsuya Yamazaki, und nur drei Minuten nach Wiederbeginn erzielte Niklas Hunold überraschend den Ausgleich.


Der Underdog aus Erndtebrück war wieder mittendrin im Geschehen, ehe Christian Titz in der 62. Minute Pierre-Michel Lasogga einwechselte - und damit auch den Sieg. Der Rückkehrer traf nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung zum 3:2, ebenfalls zwei Minuten daraufhin stellte er auf 4:2. Zwar konnte Till Hilchenbach den erneuten Anschlusstreffer erzielen, doch die Leihgabe des VfB Stuttgart, Orel Mangala, machte in der 90. Minute alles klar.

TuS Erndtebrueck v Hamburger SV - DFB Cup

   Beim Schuss von Orel Mangala war Keeper Paul Schünemann machtlos - und die Niederlage wurde besiegelt


"Die Mannschaft hat es zu Beginn richtig gut gemacht", wird Titz auf der vereinseigenen Website zitiert. Allerdings weiß er auch: "Die beiden frühen Treffer sollten uns in der Regel natürlich auch Selbstvertrauen geben." Jedoch habe sich die Mannschaft "zu sehr hängen lassen", das Anschlusstor zum 1:2 habe den Gegner in der Folge beflügelt. "In der zweiten Halbzeit haben sie deutlich tiefer gestanden, was die Sache nicht einfacher für uns gemacht hat. Durch die Einwechslung von Pierre konnten wir wieder gut dagegen setzen. Er hat seine Qualitäten auf dem Platz heute wirklich unter Beweis gestellt. Wir können am Ende sehr glücklich mit dem Sieg sein", so das Fazit des 47-Jährigen.


Lasogga schöpft Selbstvertrauen für die kommenden Wochen


Doppeltorschütze Lasogga, der zunächst auf der Bank Platz nehmen musste, brannte auf einen Einsatz - allen voran nach dem Ausgleich. "Als ich das 2:2 von außen gesehen habe, da wollte ich unbedingt das Spiel zu unseren Gunsten drehen und das Spiel in 90 Minuten beenden. Da habe ich alles reingelegt." Dabei erlebte man zunächst einen Traumstart: "Wir haben nach zehn Minuten mit 2:0 geführt. Was will man mehr. Dann steht es plötzlich kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit 2:2. Da sieht man einfach, dass jeder Fehler bestraft wird."

​In der Liga zeigte er im Auswärtsspiel beim SV Sandhausen eine schwache Leistung, doch mit seinen beiden Toren meldet sich Lasogga im Konkurrenzkampf zurück und war dementsprechend erleichtert: "Es waren meine ersten beiden Pflichtspieltore seit ich aus England zurück bin. Für mich als Stürmer sind Tore wichtig. Daran möchte ich anknüpfen."


Torhüter Tom Mickel, der für Julian Pollersbeck zwischen den Pfosten stand und das dritte Gegentor mit verschuldete, sprach derweil davon, dass man es "unnötig spannend gemacht" habe. "Nach dem 2:0 hätten wir noch zwei weitere Tore machen können. Dann bekommen wir zwei ärgerliche Gegentore, weil wir nicht mehr zwingend genug waren. Positiv ist, dass wir fünf Tore geschossen haben. An unserem Abwehrverhalten müssen wir allerdings noch arbeiten", so der 29-Jährige, der wie seine Mitspieler durchatmen konnte: "Wir sind jetzt erstmal froh, dass wir weiter sind."

Allerdings steht für die 'Rothosen' zunächst wieder der Alltag in der zweiten Liga auf dem Programm. Am dritten Spieltag empfängt man Arminia Bielefeld, eine Woche darauf trifft man auf Dynamo Dresden. Für die anstehenden Aufgaben können die Lehren, die alle Beteiligten aus der Partie zogen, möglicherweise helfen, um nach dem 3:0-Sieg in Sandhausen weiter Punkte für den direkten Wiederaufstieg zu sammeln.