Für Lars Stindl war das ​Gastspiel beim FC Schalke 04  am 32. Spieltag der abgelaufenen Bundesliga-Saison ein Nachmittag zum Vergessen. Der Mannschaftskapitän von Borussia Mönchengladbach musste noch in der ersten Halbzeit verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Diagnose: Syndesmosebandriss - der Traum von der  Weltmeisterschaft war somit geplatzt. Im vereinsinternen Format 'Fohlenpodcast - der  Talk' sprach Stindl daher nun über seinen "geplatzten Lebenstraum", wie er die Verletzung in dem Moment erlebte und worauf er sich für die Zukunft freut.


Es war eine Schrecksekunde in der Veltins-Arena, eine ganz persönliche für Lars Stindl. Der 29-Jährige knickte im Sprint-Duell mit Gegenspieler Thilo Kehrer unglücklich um, blieb verletzt am Boden liegen und humpelte kurz darauf in Begleitung der Mannschaftsärzte vom Platz. Einen Tag nach der Partie gab der Verein bekannt, dass sich der Kapitän dabei das Syndesmoseband riss, die Ausfallzeit wurde auf "mehrere Wochen" datiert.


Mittlerweile läuft ​alles nach Plan, obwohl Stindl noch nicht mit dem Rest der Mannschaft trainieren kann. "Ich bin auf einem guten Weg, ich hab jetzt mit dem Lauftraining begonnen, auch der Ball war schon dabei. Es geht step by step voran", so der 29-Jährige im Fohlenpodcast. "Es ist ein langer Weg, aber ich bin auf einem guten Weg und ich hoffe, bald wieder einige Teile mitzumachen und in den nächsten Wochen wieder zur Mannschaft zu stoßen", kündigte er an.

FC Schalke 04 v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga

 Schon in diesem Moment war klar: Mit einer WM-Teilnahme war für Lars Stindl nicht mehr zu rechnen


Die Verletzung sei im ersten Moment "sehr hart" gewesen. Das sei "kein Geheimnis", doch andererseits sei es auch kein großer Schock gewesen: "Ich hatte die Verletzung leider schon mal am anderen Sprunggelenk", sagte er, wenngleich er dennoch offenbarte: "Das hat mich dann in dem Moment echt hart getroffen" - auch, weil er in den vergangenen Jahren ohne größere Verletzungen meist durchspielen konnte.


"Ich wusste direkt, das ist schlimmer und es könnte vom Gefühl her das Gleiche sein. Dann bin ich mit unserem damaligen Mannschaftsarzt direkt nach Gladbach gefahren zur weiteren Untersuchung. Als er dann nach dem MRT rauskam, war mir in seinem Blick klar, dass es das ist und ich wusste auch, was das bedeutet. Die Möglichkeit, überhaupt mitfahren zu können oder zu dürfen, ist erstmal vorbei", erzählte er von dem Moment, in dem er realisierte, dass die Weltmeisterschaft außer Reichweite war.


Als Spieler zu einer WM? "Nie mehr"


Nach seinen guten Auftritten beim Confederations Cup sowie in der vergangenen Saison machte sich Stindl durchaus berechtigte Hoffnungen darauf, zumindest zum vorläufigen WM-Kader zu gehören. Doch mit der Verletzung platzte sein "persönlicher Lebenstraum". "Ja, das ist so. Das Größte, Schönste und Tollste, was es im Fußball gibt, ist natürlich die Weltmeisterschaft, und das werde ich leider nie mehr erleben. Wenn man das realistisch sieht, bei dem, was nachkommt und wie es weitergeht beim DFB, ist die Gewissheit da, dass es leider nichts mehr werden wird."

​Doch damit habe er sich bereits abgefunden: "Das 
ist einfach so, das ist auch nicht mehr zu ändern. Ich bin jetzt in der Phase, mich zu freuen, endlich bald wieder auf dem Platz zu stehen, mit der Kugel zu arbeiten. Das sind so die Dinge, auf die ich mich wirklich freue."


Dankbarkeit für den großen Zuspruch


Unmittelbar nach seiner Verletzung habe er "unfassbar viele" Nachrichten bekommen - auch seitens des DFB. "Es hat echt gut getan, wie viele Menschen mir geschrieben haben. Dieses Gefühl, dass es dir andere Leute gegönnt hätten und gehofft haben, dass es nicht so wild ist,war enorm und hat mir ein gutes Gefühl gegeben. Der Bundestrainer hat mich abends noch angerufen und sich direkt erkundigt. Ich hatte auch eine sehr gute Kommunikation mit Oliver Bierhoff, der sich direkt gemeldet hat." 

Offenbar ging es in den Gesprächen auch darum, dass Stindl trotz seiner Verletzung zumindest kurzzeitig zur Mannschaft gestoßen wäre, allerdings kam dies nie zustande: "Ich wäre gerne im weiteren Verlauf nach Russland geflogen, aber es hat sich leider nicht ergeben."


Nichtsdestotrotz geht es für den Angreifer zunächst einmal darum, die nötige Fitness Schritt für Schritt wieder zu erlangen, um in der neuen Saison wieder voll angreifen zu können - und dann möglicherweise bei der Europameisterschaft in zwei Jahren mit an Bord zu sein.