Am Wochenende bestreitet der FC Bayern München die Erstrunden-Partie im DFB-Pokal beim SV Drochtersen/Assel und hat mit Trainer Niko Kovac trotz der Final-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt einen Titelverteidiger auf der Bank. Der 46-Jährige freut sich auf die anstehende Saison, in der er vor allem ein klares Ziel hat: Zum dritten Mal in Folge nach Berlin zu reisen.


Niko Kovac und der DFB-Pokal - das passt einfach. ​In den vergangenen beiden Jahren erreichte er mit Eintracht Frankfurt das Endspiel im Olympiastadion von Berlin und krönte seine Amtszeit im Mai mit einem ​3:1-Sieg über Bayern München, nachdem er sich ein Jahr zuvor mit 1:2 gegen Borussia Dortmund geschlagen geben musste.


"Es sind K.O-Spiele, und die sagen ganz klar: Es gibt nur einen Sieger", ist dabei sein persönlicher Anreiz, wie er auf der heutigen Pressekonferenz erklärte. "Alle, die schon einmal im Pokal-Endspiel waren, können nur Schönes berichten. Wir wollen dieses Jahr zum dritten Mal in Folge hin." Der 'Pott' sei zudem "ein schöner Pokal. Den hätte ich gerne in den Händen."


Die Marschroute ist klar: Ein Sieg ist Pflicht


Die erste Hürde stellt dabei der SV Drochtersen/Assel aus der Regionalliga Nord. Die Niedersachsen belegen mit zehn Punkten aus fünf Spielen derzeit den zweiten Tabellenplatz, unterschätzen will man den Gegner daher nicht. Einen Ausrutscher will sich Kovac folglich nicht erlauben: "Die Amateure erhoffen sich einiges, wir auch. Deswegen dürfen wir niemanden unterschätzen, das werden wir auch nicht tun." Titel sei schließlich Titel, zudem stehe morgen das erste Pflichtspiel an, weshalb man mit voller Konzentration in die Partie gehen will. "Wir sind uns bewusst, dass wir weiterkommen wollen", so Kovac, der den Gegner bereits etwas genauer unter die Lupe genommen hat.

Drochtersen/Assel erwartet er als "eine Mannschaft, die sicherlich kompakt stehen wird, die viel mit langen Bällen agiert. Ich werde davon ausgehen, dass sie schon versuchen werden, schnell die Tiefe zu finden, um uns dort wegzulaufen." Allerdings könne man eine Partie aus der Regionalliga aufgrund der Klassenunterschiede nicht "eins-zu-eins auf das Spiel gegen den FC Bayern projizieren", weshalb er seine eigenen Erkenntnisse "mit Vorsicht genießen" müsse. 


Alaba und Gnabry fallen aus - Bernat und James fraglich


Dennoch wolle er "mit der vollen Kapelle auflaufen", wobei nicht jeder Spieler einsatzbereit ist: "Es ist so, dass David Alaba und Serge Gnabry sicherlich ausfallen werden. Wir hatten mit Juan Bernat und James Rodriguez zwei Spieler, die jetzt vor dem Hamburg-Spiel Sprunggelenksprobleme hatten, sodass wir schauen werden, wie es im Training ausschaut." 

Corentin Tolisso sei ebenfalls noch kein Kandidat für die Startelf, da sich der Weltmeister noch im Rückstand befinde. "Aber das Spiel würde sich anbieten, ihm die einen oder anderen Minuten zu geben", so Kovac.  Auch klar ist, dass Kapitän Manuel Neuer am morgigen Samstag zwischen den Pfosten stehen wird. "Wir werden es morgen so handhaben, dass Manuel im Tor stehen wird. Manuel hat letzte Saison eine lange Pause gehabt und ich denke, jedes Spiel, das er bekommt, ist hilfreich." 


Kovac hat keine Angst vor einem Rudy-Abgang


Auch äußerte er sich noch einmal zu Sebastian Rudy, der sowohl von ​Sportdirektor Hasan Salihamidzic als auch ​von Kovac selbst die Freigabe für einen Wechsel erhielt, und sich aller Voraussicht nach ​zwischen dem FC Schalke 04 und RB Leipzig entscheiden wird. "Sollte Sebastian uns verlassen, dann hätten wir 20 Feldspieler plus drei Torhüter. Das ist eine gute Größe. Ich gehe davon aus, dass uns dann gerade im Mittelfeld niemand verlassen wird." Ob sich noch auf den anderen Positionen etwas tun werde, wisse er allerdings nicht: "In großen Klubs kann man nie sagen, was passiert, deshalb kann ich diesbezüglich nichts sagen."

Eintracht Frankfurt v Bayern Muenchen - DFL Supercup 2018

  Wohl nur noch eine Frage der Zeit , wann Sebastian Rudy (l.) die Bayern verlassen wird


An einen Mangel an Optionen, falls ein Akteur während der Saison ausfallen sollte, glaubt Kovac allerdings keineswegs. Sollte beispielsweise Javi Martinez ausfallen oder in die Innenverteidigung rücken müssen, gäbe es noch andere Akteure, die das defensive Mittelfeld besetzen können, so beispielsweise neben Tolisso auch Thiago. Zur Not werde man jedoch auf den Nachwuchs zurückgreifen: "Wir haben eine gute U-23, von denen wir einige Spieler in Amerika dabei hatten, sodass wir bei dem tollen Kader, den wir haben, sicherlich ein, zwei oder drei Spieler aus der U-23 hochziehen können."

Insgesamt sieht der Trainer seine Mannschaft auf einem guten Weg, doch es bestehe "immer Verbesserungspotenzial". Doch trotz der Dominanz der vergangenen Jahre rechnet Niko Kovac damit, dass die Saison, die nun endlich beginnt, kein "Spaziergang" wird: "Wir wollen es schaffen, dass wir auch das siebte Mal Meister werden. Wir wissen aber auch, dass sich die anderen nicht kampflos ergeben werden. Ich habe auch schon gehört, dass sich das einige zutrauen. Es liegt sicherlich auch an uns, was wir zulassen. Das wird eine harte Saison."