​Seit dem Ende der letzten Saison ist bekannt, dass Borussia Dortmund anlässlich des Trainerwechsels zu Lucien Favre einen größeren Umbruch im Kader durchführen möchte und einige Spieler auf der Streichliste standen. Während letztjährige Ersatzspieler wie André Schürrle, Andriy Yarmolenko, Gonzalo Castro oder Erik Durm den Verein bereits verließen, gibt es auch jetzt mit Sebastian Rode, Jeremy Toljan und Nuri Sahin noch Spieler, die gehen sollen. Denn der Kader ist mit aktuell 29 Profis zu groß - das Problem: Der BVB wird seine Bankdrücker nicht los. 


Vor allem bei Rode und Toljan ist offensichtlich, dass Neu-Trainer Lucien Favre nicht mit den beiden plant. Dementsprechend werden sie oder auch BVB-Routinier Nuri Sahin immer wieder mit neuen Klubs in Verbindung gebracht. Allerdings scheint es so, dass die Dortmund-Bankdrücker kein Interesse und keine Bereitschaft zeigen, ​Borussia Dortmund zu verlassen und neue Verträge zu unterschreiben. Über die Gründe kann nur spekuliert werden.


Borussia Dortmund v Stade Rennais - Pre-Season Friendly

"Sicher nicht optimal" - Sebastian Kehl über die Kadergröße


Während junge Spieler wie der 24-jährige Toljan, der erst seit einem Jahr in Dortmund spielt, unter Umständen darauf hoffen, sich beim BVB und unter Neu-Trainer Favre doch noch beweisen und durchsetzen zu können, dürfte Sahin tatsächlich an seinem Jugendklub hängen und mit nun 29 Jahren seinen Karriereabend dort verbringen wollen. Bei Rode, der 2016 für immerhin zwölf Millionen Euro vom FC Bayern kam, dürfte auch ein sehr lukrativer Vertrag in Dortmund eine Rolle spielen. 


Unabhängig von den Gründen wird es für die Dortmunder Verantwortlichen darum gehen, bis zum Ende der Transferperiode diese Streichkandidaten abzugeben und den Kader zu verkleinern. Denn bereits in den letzten Jahren unter Peter Bosz und Thomas Tuchel hatte der BVB sehr große Kader, die im Laufe der Saison zu Spannungen führten, weil ambitionierte Spieler oder Publikumslieblinge nicht spielten und sich teilweise auf der Tribüne wiederfanden. Damit alle Spieler auf Einsatzzeiten kommen, sich als wichtigen Teil der Mannschaft sehen und an einem Strang ziehen, muss der Kader von aktuell 29 Profis deshalb noch verkleinert werden.

Doch wie lautet die Lösung? Um die Spieler zu einem Abgang zu zwingen, verkündete ​Eintracht Frankfurts neuer Trainer Adi Hütter jüngst eine sogenannte "Trainingsgruppe 2", in die sieben Spieler abgeschoben wurden, mit denen nicht mehr geplant wird. Theoretisch wäre das auch in Dortmund denkbar - praktisch eher weniger. Denn zum einen würde diese Methode die finanzielle Perspektive sowohl des Klubs, als auch des Spieler schmälern: Während Borussia Dortmund für einen degradierten Spieler deutlich niedrigere Angebote erhalten dürfte, würde auch der Spieler niedrige Vertragsangebote erhalten, was einen Wechsel nicht attraktiver macht. Zum anderen könnte diese Praxis im Umfeld des Vereins für Kritik sorgen, sollten degradierte Spieler später doch gebraucht werden oder für öffentliche Unruhe sorgen.


Eine andere Option wäre, den Spielern einen Abgang lukrativer zu machen. So könnte man bei Kandidaten, die keine festes Wechselangebot erhalten, eine Leihe mit anschließender Kaufoption anstreben, wie es zum Beispiel bei André Schürrles Wechsel zum FC Fulham geschehen ist. Oder man könnte den Spielern mitteilen, dass sie nicht auf der Kaderliste für die kommenden Wettbewerbe stehen werden und sich im Laufe der Saison bei der (in Dortmund noch vorhandenen) zweiten Mannschaft fit halten können. Wenn die Alternative besteht, zu einem neuen Verein zu wechseln oder in der Regionalliga zu spielen, ist ein Abgang doch deutlich weniger schmerzhaft.