Sami Khedira will weiter mit dem Adler auf der Brust auflaufen. Der 77-fache Nationalspieler übt deutliche Selbstkritik an seinen Leistungen bei der WM in Russland, will sich aber auch mit 31 Jahren dem Konkurrenzkampf stellen. Sollte der Bundestrainer ihn nominieren, werde der Juve-Mittelfeldspieler bereit stehen. Das teilte Khedira über seine sozialen Kanäle mit.


​Nach Toni Kroos will auch Sami Khedira weiterhin für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen - sollte er denn von Bundestrainer Joachim Löw nominiert werden. Das teilte der ​Juve-Star am Donnerstagnachmittag über die sozialen Netzwerke mit. Der 31-Jährige gab via Instagram eine Erklärung ab. Dabei schrieb er zunächst, dass die Vorfreude auf die am Samstag beginnende ​Serie-A-Saison groß sei.


Der 77-fache deutsche Nationalspieler freue sich besonders, wieder mit Cristiano Ronaldo in einer Mannschaft zu spielen, nachdem die beiden bereits bei Real Madrid fünf Jahre lang Teamkollegen waren. Khedira meinte aber auch, dass "trotz der Vorfreude auf die neue Saison", die vergangenen Wochen "einer der schwersten Sommer meiner Karriere" gewesen seien.


Selbstkritisch äußerte er sich zu seinen schwachen Leistungen in Russland und zum blamablen Ausscheiden des Ex-Weltmeisters nach der Vorrunde. Er habe seine "beiden schlechtesten Spiele des Jahres bei der WM abgeliefert", befand der Mittelfeldspieler. "Das war richtig schlecht. Dass wir dann auch als Team nicht funktioniert haben und völlig zu Recht in der Vorrunde ausgeschieden sind, ist eine Situation, die mich noch immer belastet. Die Kritik an mir und an uns ist absolut berechtigt", so Khedira selbstkritisch.

Seine Zukunft im DFB-Dress lege er nun in die Hände des Bundestrainers. Auch mit 31 Jahren, dem WM-Titel von 2014 und 77 Länderspielen, will Khedira seine DFB-Karriere nicht freiwillig beenden. Stattdessen will er sich dem Konkurrenzkampf beim geplanten Neuaufbau stellen: "Was die Zukunft in der deutschen Nationalmannschaft betrifft, bin ich weiterhin der Überzeugung, dass der sportliche Erfolg der Mannschaft und das Leistungsprinzip über allem stehen müssen. Die Nationalmannschaft muss von den besten Spielern eines Landes gebildet werden und der Bundestrainer muss dazu die freie Auswahl haben." 


Es müsse für jeden Spieler "auch weiterhin für jeden aktiven Spieler eine Ehre sein, für dieses Land, diesen Verband und dieses Team zu spielen", betonte er. "Wenn es aktuell Bessere gibt, dann werde ich das akzeptieren, dafür habe ich Verständnis. Sollte ich aber nominiert werden, weil der Bundestrainer der Meinung ist, dass ich dem DFB helfen könnte, dann ist das für mich immer zugleich Ehre und Verpflichtung. Dann werde ich auch weiterhin mit Stolz, Freude und Willen zur Nationalmannschaft reisen, um alles zu tun, um meinen Teil zum sportlichen Erfolg Deutschlands beizutragen."

Sollte der Bundestrainer anderer Meinung sein, werde Khedira auch im hohen Fußballeralter weiter an sich arbeiten. "So gut kennen mich die meisten. Das bin ich meinem Sport, dem DFB, den Personen, die mich unterstützt haben und an mich glauben und nicht zuletzt mir selbst schuldig."