​Thilo Kehrer kehrt Schalke 04 den Rücken und wechselt mit sofortiger Wirkung zu Paris-Saint Germain. Auf den ersten Blick wirkt der Abgang des 21-jährigen Abwehr-Talents wie ein herber Rückschlag, doch bei genauerem Hinsehen erkennt man: Auf Schalke ist man vorbereitet.


37 Millionen Euro. So viel ließ sich Paris die Dienste Thilo Kehrers kosten. Das macht ihn auf Anhieb zum teuersten Verteidiger der Bundesliga-Geschichte. Dass man Kehrer auf ​Schalke gerne gehalten hätte, ist zwar kein Geheimnis - an einen langfristigen Verbleib des Spielers glaubte, trotz der Bekundungen von Sportdirektor Christian Heidel, man habe sich in den letzten Wochen in Gesprächen über eine mögliche Vertragsverlängerung befunden, niemand mehr.


Kehrer vor Jahren fast schon weg


Bereits vor drei Jahren hätte Thilo Kehrer den Verein gerne verlassen und begann mit damals 18 Jahren auf Eigeninitiative, der Saisonvorbereitung der Schalker fernzubleiben. Obwohl sich damals doch noch alles zum Guten wendete und Kehrer letztendlich bleiben musste, war das Verhältnis zwischen Verein und Spieler seitdem zumindest angespannt. 


Jetzt, drei Jahre später, hat der junge Innenverteidiger mit etwas Verzögerung doch seinen Wunsch erfüllt bekommen und wechselt zu einem der größten und glanzvollsten Top-Klubs Europas. In Paris wartet auf Kehrer nicht nur mehr Geld als in Deutschland, sondern auch einige der besten Spieler der Welt. Im Training wird er sich fortan nicht mehr gegen Namen wie Alessandro Schöpf oder Guido Burgstaller beweisen müssen, sondern trifft auf Kaliber wie die beiden Superstars Neymar und Edinson Cavani.

Schwarz Weiss Essen v FC Schalke 04 - Pre-Season Friendly

Zwar blickt man auf Schalke definitiv mit ​etwas Wehmut auf den vollzogenen Transfer, wirklich geschadet hat er dem Verein jedoch nicht. Im Gegenteil: Eine Summe von 37 Millionen Euro ist zum einen eine große Menge Schmerzensgeld und zum anderen für fast jeden Bundesligisten, der nicht Bayern München oder RB Leipzig heißt, alternativlos. 


Schalke hat bereits Ersatz


Im aktuellen Kader der Schalker finden sich zumindest für die Position des Innenverteidigers einige Alternativen. Im Sommer kam Salif Sane für, verglichen mit den mittlerweile üblichen Marktpreisen, läppische sieben Millionen Euro zu den "Knappen". Der 27-jährige Senegalese soll in Zukunft hinten den Laden zusammenhalten und hat mit Naldo den für sich perfekten Mentor bereits im Kader. Und auch wenn Naldo, der inzwischen auch schon 35 Jahre alt ist, seine Karriere in naher Zukunft beenden sollte, ist der Verein nach wie vor gut aufgestellt. Mit Benjamin Stambouli und Matija Nastasic hat man brauchbaren Ersatz ebenfalls bereits im Team. Darüberhinaus ist es ja nicht so, als müssten die 37 Millionen in den nächsten Jahren auf einem Schalker Bankkonto in Gelsenkirchen verstauben. 


Unter'm Strich ist der Verkauf Kehrers also kein unüberlegter Schnellschuss des Entscheiders Heidel gewesen, sondern folgt einem klaren Plan. Man war auf ein solches Szenario vorbereitet bei den Königsblauen und das nicht erst seit gestern.