TALLINN, ESTONIA - AUGUST 15:  Sergio Ramos (L) of Real reacts with his team mates after the UEFA Super Cup between Real Madrid and Atletico Madrid at Lillekula Stadium on August 15, 2018 in Tallinn, Estonia.  (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Nach Derby-Pleite: Diese 8 Erkenntnisse nimmt Real vom Supercup mit

Nach der 2:4-Niederlage von Real Madrid gegen den ungeliebten Stadtrivalen Atlético können die Spieler, Fans und auch Trainer Julen Lopetegui mit mindestens acht Erkenntnissen aus dem verlorenen Finale in die spanische Heimat zurückkehren.

8. Gute Lopetegui-Ansätze - Geduld gefordert

Trotz der Niederlage konnte man bereits sehen, wie das Spiel der Madrilenen in Zukunft aussieht. Lopetegui legt viel Wert auf Ballbesitz und Kontrolle und lässt zudem ein aggressives Gegenpressing spielen. In Perfektion beherrschten das die Akteure auf dem Rasen nicht, gute Ansätze zeigte die Elf von Lopetegui dennoch. Es wird Zeit benötigen, bis die Zidane-Schüler die Ideen des neuen Trainers verinnerlicht haben und umsetzen können.

7. Back-up für Benzema benötigt

Der Kader der Madrilenen ist ganz gut besetzt und so wird es wohl nicht mehr viele Aktivitäten auf dem Markt geben. Eine Position, die allerdings unterbesetzt zu sein scheint, ist die Position des Mittelstürmers. Ohne Ronaldo und nur mit Benzema, der sich in der vergangenen Saison schon verletzt hatte, könnte es zu einem Notstand im Angriff kommen. Borja Mayoral wurde gestern eingewechselt, als das Spiel schon entschieden war. Ob das Talent eine ernsthafte Alternative im Sturmzentrum darstellt, darf bezweifelt werden.

6. Karim Benzema will es nochmal wissen

Der 30-Jährige sieht sich regelmäßig starker Kritik ausgesetzt und schießt für einen Mittelstürmer eigentlich zu wenige Tore. Die aktuelle Saison könnte für ihn eine große, vielleicht letzte Chance sein, um sein vorhandenes Potenzial richtig abzurufen. Gestern lief der Franzose kluge Wege und schuf so immer wieder Räume. Ohne Ronaldo werden seine Tore noch mehr gefordert sein. Die Formkurve zeigt beim Stürmer jedenfalls nach oben.

5. Defensive benötigt Nachhilfe

Das gestrige Spiel zeigte, dass die Defensive der 'Königlichen' noch hakte und alles andere als gut funktionierte. Schon in der Vergangenheit präsentierte sich die Defensive häufiger als verwundbar. Damit ist auch das Defensiv-Verhalten der gesamten Mannschaft gemeint. Immerhin waren die 'Königlichen' kurz vor ihren Erfolgen in der Champions League auch stets beinahe aus dem Wettbewerb ausgeschieden. Lopetegui sollte hier nachbessern, auch wenn die Leistung von gestern Abend auch auf fehlende Form der Akteure zurückzuführen ist.

4. Die Verpflichtung von Courtois macht Sinn

Zwar leistete sich Keylor Navas zwischen den Pfosten der Madrilenen keine eklatanten Patzer, doch hätte ein Weltklasse-Torhüter beim einen oder anderen Gegentor des amtierenden Champions-League-Siegers eventuell anders ausgesehen. Gerade beim ersten Gegentor stand der Südamerikaner etwas zu weit vor seinem Kasten. In dieser Hinsicht macht die Verpflichtung von Thibaut Courtois Sinn, denn Kiko Casilla war zuvor kaum in der Lage, Druck auf Navas auszuüben. Der Belgier könnte den Madrilenen in Zukunft einige Big Points mehr sichern.

3. Casemiro ist unverzichtbar

Dass das Spiel von Real nicht nur von Cristiano Ronaldo belebt wird, konnte man ebenfalls gestern Abend sehen. Denn das Spiel fiel, als sich Casemiro kurz vor Ende der Partie verabschieden musste und ausgewechselt wurde. Hatte der Brasilianer bis zu diesem Zeitpunkt noch fleißig Bälle abgefangen und der Abwehr den Rücken frei gehalten, brach die Struktur nach dessen Auswechslung etwas ein. Casemiro scheint unverzichtbar für Real zu sein!

2. Spieler noch im WM-Urlaub

Dass den Spielern noch die nötige Frische und Fitness fehlt, wurde gestern Abend auch deutlich. Gerade Raphael Varane, der in der Defensive sonst äußerst zufällig agierte, war gestern anfällig für Fehler und erlaubte sich Patzer, die man so sonst von ihm nicht kennt. Auch Luka Modrić konnte nach Trainingsrückstand erst von der Bank gebracht werden. Bei diesen zwei Spielern merkt man noch am deutlichsten, dass ihnen die WM in den Knochen steckt.

1. Ronaldo-Abgang ist Fluch und Segen

Einerseits hat man das Gefühl, die Real-Akteure konnten sich hinter dem Portugiesen verstecken und die Verantwortung auch mal dem Weltfußballer übertragen. CR7 fungierte als Gesicht der Mannschaft und übernahm diese Rolle gern. Nun sind alle Spieler des Kaders gefragt, diesen Verlust zu kompensieren. Talente wie Vázquez, Ceballos, Llorente und Co. sind mehr denn je gefordert. Spieler wie Asensio und Bale haben nun keine Ausreden mehr, dürfen und müssen ihr Potenzial abrufen, um aus dem Schatten des Portugiesen herauszutreten.