​Kroatiens umworbener WM-Held Ante Rebic hat seinen Vertrag bei Pokalsieger Eintracht Frankfurt bis 2022 verlängert. Damit verhindern die Eintracht-Verantwortlichen einen weiteren qualitativen Aderlass im Kader des Europa-League-Teilnehmers und senden ein Zeichen an die Bundesliga-Konkurrenz - verzichten allerdings auch darauf, nach dem WM-Hype um die Finalteilnahme Kroatiens eine satte Ablöse für den 24-jährigen Rebic zu generieren. 


Nach einer zweijährigen Leihe vom AC Florenz verpflichtete Eintracht Frankfurt Außenstürmer Rebic in diesem Sommer dank einer Kaufoption fest für zwei Millionen Euro. Nachdem Rebic bereits eine starke Saison mit der Eintracht spielte, unter anderem beim Pokalsieg gegen ​Bayern München doppelt traf und anschließend als Stammspieler mit Kroatien das WM-Finale erreichte, gab es zahlreiche Interessenten am 24-jährigen Außenstürmer und wohl auch einige lukrative Angebote, wie ​Sportvorstand Fredi Bobic bestätigte. Dennoch konnte die SGE Rebic von einem Verbleib und einer Verlängerung seines Vertrages bis 2022 überzeugen. Im Gegenzug wurde das Gehalt des Kroaten in Frankfurt deutlich nach oben angepasst.

Dass die Eintracht einen Spieler dieses Kalibers halten kann, ist sowohl sportlich als auch finanziell ein klares Zeichen nach Außen - vor allem an die direkte Bundesligakonkurrenz. Frankfurt zeigt, dass es auch für kleinere Klubs möglich ist, die besten Spieler trotz großer Angebote zu halten. Außerdem verhindert der Europapokal-Teilnehmer so einen weiteren Aderlass. Denn mit Rebic konnte man nun den fußballerisch wohl besten Spieler des Kaders halten, nachdem man in Person von Kevin-Prince Boateng, Omar Mascarell und Lukas Hradecky bereits wichtige Leistungsträger für kleines Geld ziehen lassen musste. 


Die Verlängerung von Rebic ist darüber hinaus ein Zeichen an die Mitspieler, dem Bundesligaachten der letzten Saison die Treue zu halten. Der Verbleib des kroatischen Nationalspielers sagt aus, dass ​Eintracht Frankfurt ein attraktives Ziel für ambitionierte neue Spieler ist, und dass aktuelle Eintracht-Spieler den Verein nicht zwingend verlassen müssen. 


Allerdings birgt die Verlängerung von Rebic auch Risiken, die man nicht unterschätzen sollte: Zum einen wird der WM-Held nun vonseiten des Vereins und der Fans mit einer großen Erwartungshaltung aufgeladen, der ein einzelner Spieler nur schwer gerecht werden kann. Während Rebic sicherlich die größte offensive Qualität im Frankfurter Kader mitbringt, sollte dennoch nicht außer Acht gelassen werden, dass der Außenstürmer vor allem über seine Schnelligkeit und seinen Einsatz kommt, und mit nur 17 Torbeteiligungen in mittlerweile 57 Spielen für die Eintracht nicht bedingt eine Weltklasse-Effizienz aufweist.

Außerdem wird Eintracht Frankfurt durch den Verbleib von Rebic auf eine hohe Ablöse verzichten, die wohl deutlich über dem tatsächlichen Wert des Spielers gelegen hätte und in den kommenden Jahren eher nicht mehr zu erzielen sein wird. Denn während der 24-Jährige zwar die Chance hat, sich durch die Europa-League-Teilnahme der Eintracht international zu zeigen, war vor allem durch die erfolgreiche WM ein Hype um Rebic entstanden, der die Ablöseforderungen nach oben getrieben hat, und wohl nicht mehr zu erreichen sein wird. 


Die Verantwortlichen der SGE werden deshalb wohl nun darauf setzen, dass Rebic seine Leistungen aus der letzten Saison noch steigern kann und die Mannschaft mitträgt. Denn obwohl man mit den angesprochenen Boateng, Mascarell und Hradecky einen Großteil der zentralen Achse der Mannschaft verloren hat, befindet man sich aufgrund einiger ablösefreier Abgänge von Leistungsträgern aktuell im Transferminus und konnte den Kader qualitativ nicht verbessern. Stattdessen investierte man vor allem in vielversprechende Spieler wie den 18-jährigen Verteidiger Evan N'Dicka oder Lucas Torro von Osasuna, die erst noch aufgebaut werden müssen und den nächsten Schritt machen sollen. So ist die Verlängerung mit Hoffnungsträger Ante Rebic auch mit gewissen Risiken verbunden.