22 Jahre lang trainierte der legendäre Franzose Arsene Wenger den FC Arsenal. Dabei holte er legendäre Spieler in das Boot der Gunners. Darunter etliche Weltklasse-Spieler, wie etwa Thierry Henry, Dennis Bergkamp oder Jens Lehmann. Jedoch glänzte Wenger nicht immer bei Transfers, was sich nun negativ auf Unai Emery rückkoppelt.


Unai Emery musste zum Auftakt gegen Manchester City eine bittere 0:2-Heimniederlage einstecken. Dabei sahen die Gunners-Fans jedoch eine wichtige Sache: Die Stars hatten immer noch das Wenger-Prinzip, den “Wenger-Ball”, im Kopf. Und wie sollte es auch anders sein? Selbst für einen Coach wie Emery ist es eine gar unmögliche Aufgabe, eine Mannschaft mental und spielerisch um 180 Grad zu drehen.

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Unai Emery versucht seine Mannschaft zu motivieren


Unter Wenger spielten Spieler in der Startelf, die in den vorherigen Spielen keine Leistung zeigten. Unter Wenger kaufte Arsenal seit dem Bau des Emirates Stadiums Spieler billig ein und musste diese dann auch notgedrungen einsetzen. Unter Arsene Wenger war Marouane Chamakh ein Starter. Dieser "Spar"-Trend sollte sich lange fortsetzen, bis Wenger in seinen letzten zwei Jahren auf einmal mehr Geld für Spieler ausgab. Die Ergebnisse stimmten dennoch nicht, da sich Arsenal die letzten zwei Jahre nicht für die Champions League platzieren konnte.


Dies lag daran, dass Wenger zwar an sich gute Spieler kaufte, jedoch nicht die Benötigten. Mit Xhaka hatte man beispielsweise einen “Sechser” geholt, der ein neuer Patrick Vieira werden sollte. Jedoch ist Xhaka kein reiner Sechser. Der Schweizer ist eher ein tiefliegender Spielmacher. Dennoch verlangte Wenger von ihm die Rolle eines defensiven Mittelfeldspielers einzunehmen. Und so lief es dann auch mit anderen Spielern, wie etwa Mohamed Elneny.

Zudem kaufte Wenger nie einen anderen Rechtsverteidiger, sodass Bellerin fest gesetzt war und sich nie um Konkurrenz Sorgen machen musste. Dies ist bei Spielern wie Aaron Ramsey, Mesut Özil und Shkodran Mustafi ähnlich. Sie alle wissen, dass sie einen Startplatz haben, was sich dann in den Leistungen auf dem Platz spiegelt.


Und dies überträgt sich in die Emery-Ära. Auch wenn der Spanier Konkurrenten für die Positionen von Xhaka, Bellerin, Cech und Mustafi holte, zeigten zumindest Xhaka und Bellerin durchwachsene Leistungen gegen Manchester City. Die Charakteristika der Wenger-Ära und dessen "Mentalitätslosigkeit" übertragen sich nun auf Unai Emerys Team.


Wie die Manchester-United-Legende Gary Neville bereits sagte, wird Emery einige Transferfenster brauchen um Spieler, die unter Wenger verpflichtet wurden und keine große Rolle spielten, auszusortieren.

Emery steht vor der härtesten Aufgabe seines Lebens: Einen großen Klub wie Arsenal wieder auf die richtige Spur zu bringen und Spieler auf die Insel zu holen, die für das Logo des Klubs mit Herzblut spielen werden.