​Wenn man einen Spieler für viel Geld verkauft und dabei die Ablösesumme an die Öffentlichkeit gerät, kann dies nicht nur Gutes bedeuten. Bei der Suche nach einem Ersatz wissen in solchen Fällen Verhandlungspartner, dass der abnehmende Klub über gute finanzielle Mittel verfügt, was die Position des Käufers erschwert. Zudem wird man sofort von Beratern aus aller Welt mit Angeboten für geeignete Nachfolger bombardiert. Im Falle von Thilo Kehrer ist das zweite Szenario eingetreten. 


Denn nach Angaben der Funke Mediengruppe wurden dem FC Schalke 04 nach dem Verkauf Kehrers an Paris Saint-Germain über 50 Spieler angeboten. Laut Sportvorstand Christian Heidel ist man sich aber im Klub überhaupt noch nicht sicher, ob nach diesem Transfer ein weiterer Neuzugang nötig ist.


"Es ist überhaupt noch nicht entschieden, ob wir einen neuen Innenverteidiger holen", sagte der Kaderplaner. "Es ist nicht so, dass wir unter Zwang sind, das Geld unter die Leute bringen zu müssen. Man kann auch mal Geld auf dem Konto liegen lassen."

Laut der Bild erhält der FC Schalke 04 für den 21-jährigen Defensiv-Allrounder 37 Millionen Euro. Es ist der zweitteuerste Verkauf in der Geschichte des Vereins. In Anbetracht der Tatsache, dass Kehrer lediglich bis 2019 noch unter Vertrag stand, kann man mit dieser Summe sehr gut leben. Er wird laut des Berichts heute den Medizincheck in Frankreich absolvieren. 


Da Bastian Oczipka den Großteil der Hinrunde verpassen wird, macht für die Schalker nur noch die Verpflichtung eines neuen Spielers für die linke defensive Außenbahn Sinn. Für die Dreierkette in der Abwehr stehen hingegen Cheftrainer Domenico Tedesco fünf Spieler zur Verfügung, vier davon pochen auf regelmäßige Spielzeit. Mit Kehrers Verkauf hat man sich somit theoretisch einen Gefallen getan, was die Spielerzufriedenheit in der qualitativ sehr hochwertig besetzten Innenverteidiger anbelangt.